Vorstand will neues Unternehmenskonzept vorstellen
Jil Sander verschiebt Hauptversammlung

Deutschlands bekannteste Modedesignerin Jil Sander hat den monatelangen Machtkampf mit dem Prada-Chef Patrizio Bertelli gewonnen. Auf Druck der Firmengründerin wurde eine für Ende Mai anberaumte Hauptversammlung der Hamburger Jil Sander AG auf unbestimmte Zeit verschoben, heißt es Firmenkreisen des Modehauses.

HAMBURG. „Der neue Vorstand soll die Möglichkeit erhalten, sein Unternehmenskonzept der Hauptversammlung vorzustellen“, begründete eine Jil-Sander-Sprecherin die Verlegung. Wann die neue Aktionärsversammlung stattfinden wird, sei noch unklar. Sie solle aber spätestens bis zum 31. August nachgeholt werden, heißt es weiter.

Jil Sander will mit einem ihr genehmen Vorstand unter Führung des Gucci-Managers Gian Giacomo Ferraris mit ihrer Firma einen Neuanfang wagen. Vor diesem Hintergrund gab deshalb Ende vergangener Woche auch der langjährige Finanzvorstand Bernhard Wirmer zum 31. Mai seinen Rücktritt bekannt. Sein Nachfolger soll in Kürze benannt werden, sagte die Jil-Sander-Sprecherin.

Mit dem vorläufigen Rückzug Bertellis und dem Ausscheiden des Finanzvorstands Wirmer hat die 60jährige Designerin die Oberhand in dem seit 1989 börsennotierten Hamburger Modeimperium gewonnen. Der italienische Modekonzern Prada hält alle Stammaktien und ist mit rund 90 % am Vorzugskapital beteiligt.

Prada-Chef Bertelli hatte 2003 die „Queen of Less“ als Chefdesignerin zurückgeholt, nachdem das Unternehmen ohne die Modeschöpferin tiefer in die Verlustzone gerutscht war. So hatte der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr 28,5 (26,3) Mill. Euro Verlust gemacht, nach 26,3 Mill. Euro ein Jahr zuvor.

Doch zwischen dem Prada-Chef und Jil Sander kam es immer wieder zu Reibereien, heißt es Firmenkreisen. Am Ende soll der Prada-Chef nachgegeben haben, damit die deutsche Tochter nicht finanziell ins Schlingern gerät. Offen ist aber, ob das Mailänder Modehaus im Zuge der Neuausrichtung Anteile an der Jil Sander AG abgibt. Bertelli teilte noch vor kurzem mit, dass die Modeschöpferin derzeit keine Anteile erwerben wolle.

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