Vorstands-Umbau
Dax-Riese Bayer überrascht mit Chefwechsel

Bayer krempelt seinen Vorstand komplett um und leitet eine neue Ära ein. Der Niederländer Marijn Dekkers soll Wenning 2010 ablösen. Damit soll erstmals in der 150-jährigen Geschichte ein externer Manager den Konzern leiten. Mit Wenning treten im kommenden Jahr zwei weitere Vorstände ab. Der Aspirin-Konzern steht vor einer Zäsur.

LEVERKUSEN. Die Bayer AG baut ihre Führungsspitze tief greifend um und begründet eine neue Ära. Denn mit dem Niederländer Marijn Dekkers wird erstmals ein externer Manager die Führung des traditionsreichen Pharma- und Chemiekonzerns übernehmen. Dekkers ist der erste Ausländer, der Bayer in der fast 147-jährigen Firmengeschichte führen wird. Der 51-Jährige ist damit der inzwischen achte Ausländer an der Spitze eines Dax-Konzerns.

Der Niederländer, der auch einen US-Pass besitzt, soll als Nachfolger von Werner Wenning (63) im Oktober 2010 an die Vorstandsspitze treten, zuvor aber schon die Führung der wichtigsten Konzernsparte, Gesundheit (Healthcare), übernehmen. Wenning soll derweil für einen sanften Übergang sorgen und verlängert daher seinen Vertrag um acht Monate bis September 2010.

"Wir haben in wirtschaftlich nicht einfacher Zeit Kontinuität sichergestellt", kommentierte Aufsichtsratschef Manfred Schneider den überraschenden Führungswechsel, nachdem der Bayer-Aufsichtsrat am Dienstag weitere Schlüsselpositionen neu besetzt hatte. So werden außer Wenning im kommenden Jahr auch Finanzvorstand Klaus Kühn (58) sowie der Chef der Gesundheitssparte, Arthur Higgins (51), ausscheiden. Kühn gehe auf eigenen Wunsch mit Ablauf der Hauptversammlung am 30. April in Ruhestand, Higgins werde das Unternehmen im Laufe des ersten Halbjahres aus persönlichen Gründen verlassen, teilte Bayer mit.

Neuer Finanzchef wird Werner Baumann (46), der bisher dem Vorstand der Bayer Healthcare AG angehört und sich unter anderem bei der Übernahme und Integration des Pharma-Konkurrenten Schering bewährte. Den Vorstandsvorsitz beim Teilkonzern Bayer Healthcare soll bereits zum 1. Januar der designierte Konzernchef Dekkers für eine Übergangszeit übernehmen. Der Niederländer ist derzeit noch Chef des US-Konzerns Thermo Fisher Scientific, eines Laborgeräte-Herstellers mit umgerechnet knapp sieben Mrd. Euro Umsatz und einem Börsenwert von 19 Mrd. Dollar (13 Mrd. Euro).

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