Vorstandschef bleibt beim Ausblick vorsichtig
Pharmagroßhändler Anzag wächst wieder

Die Rabattschlacht der Pharmagroßhändler ist beendet, doch die Frankfurter Andreae-Noris Zahn AG (Anzag) rechnet im laufenden Geschäftsjahr nur mit einer Stagnation. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg das Ergebnis allerdings um 48 Prozent.

ant FRANKFURT/M. Der Umsatz und das Ergebnis würden sich im laufenden Geschäftsjahr 2004/05 voraussichtlich auf dem Niveau des Vorjahres bewegen, sagte Vorstandschef Thomas Trümper gestern in Frankfurt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das am 31. August endete, stieg das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zwar um sage und schreibe 48 Prozent. Darin kommt nach Darstellung des Anzag-Chefs aber weniger das florierende Geschäft zum Ausdruck als vielmehr der Basiseffekt nach dem herben Geschäftseinbruch des Vorjahrs.

Nach einem unerwartet niedrigen Gewinn von 32 Mill. Euro wiesen die Frankfurter im abgelaufenen Jahr ein Ergebnis von 47,4 Mill. Euro aus. In den Jahren zuvor hatte das Ergebnis oberhalb der 50-Millionen-Euro-Schwelle gelegen.

Der Umsatz stieg den Angaben zufolge im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 5,6 Prozent auf 3,33 Mrd. Euro. Wie seine Wettbewerber Celesio, Sanacorp und Phoenix leidet auch Anzag unter den Folgen der Gesundheitsreform in Deutschland.

Da die gesetzlichen Kassen seit Januar die Kosten für rezeptfreie Präparate nicht mehr übernehmen, sind die Umsätze mit diesen Präparaten eingebrochen. Gleichzeitig ging aber auch die Zahl der verschreibungspflichtigen Medikamente zurück, weil die Menschen wegen der seit Januar erhobenen Praxisgebühr seltener zum Arzt gehen.

Dass die Umsätze unter dem Strich trotzdem wuchsen, liegt Trümper zufolge ausschließlich an dem Geschäft mit neuen Medikamenten, die keinen Festpreisen unterliegen. „Die ständigen abrupten Eingriffe der Politik machen es für uns fast unmöglich, nachhaltig zu planen und die Früchte unserer Arbeit zu ernten“, sagte Trümper.

Ungeachtet der unsicheren Rahmenbedingungen verdoppelte das Unternehmen laut Geschäftsbericht seine Investitionen im vergangenen Jahr auf 27,6 Mill. Euro. Ein großer Teil des Geldes floss in den Neubau der Niederlassung Rostock, die im Juni den Betrieb aufnehmen und die Niederlassung Güstrow ersetzen soll.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%