Vorstandschef des österreichischen Energiekonzerns bestätigt Gespräche mit Eon Ruhrgas
OMV treibt Pipeline-Projekt Nabucco voran

Der Chef des österreichischen Mineralölkonzerns OMV, Wolfgang Ruttenstorfer, hofft in den nächsten Monaten einen Großkunden für die geplante Pipeline „Nabucco“ gewinnen zu können. Sie soll Gas aus dem Raum am Kaspischen Meer und vor allem aus dem Iran nach Mittel- und Westeuropa transportieren.

HB WIEN. „Wir reden auch mit Eon Ruhrgas“, sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt. OMV habe einen Zeitrahmen bis etwa Mitte 2006 gesetzt, in dem der Konzern Kunden mit langfristigen Lieferverträgen gewinnen wolle. Neben Eon zählten auch Gaz de France und RWE zu den potenziellen Abnehmern, ergänzte Ruttenstorfer.

Die 3 300 Kilometer lange Pipeline mit Baukosten von 4,6 Mrd. Euro hat für OMV hohe strategische Bedeutung, weil der Konzern seine Position im europäischen Gasgeschäft ausbauen und neben Russland, dem derzeit wichtigsten Gaslieferant Europas, weitere Bezugsquellen erschließen will. „Wir streben auf unseren Märkten – also etwa von Süddeutschland bis ans Schwarze Meer – beim Gas einen Anteil ähnlich dem im Ölgeschäft von rund zwanzig Prozent an“, sagte Ruttenstorfer. Bisher hat OMV vier Partner für das Pipeline-Projekt gewonnen. Dazu zählt auch der ungarische Ölkonzern MOL, einer der großen OMV-Konkurrenten auf dem mitteleuropäischen Mineralölmarkt.

Der österreichische Konzern mit einem Jahresumsatz von rund neun Mrd. Euro hat im vergangenen Jahr für 1,5 Mrd. Euro die Mehrheit am staatlichen rumänischen Konkurrenten Petrom übernommen. Damit produziert OMV nun täglich 345 000 Barrel Öl (ein Barrel entspricht 159 Litern) und zählt international zu den so genannten Mineralölkonzernen der „zweiten Reihe“, wie auch das russische Unternehmen Sibneft oder British Gas.

„Die Integration von Petrom gehört jetzt zu den wichtigsten Aufgaben des OMV-Managements“, sagte Tamas Pletser, Analyst bei Erste Bank in Budapest. Der Bereich der Exploration und Produktion sei nach wie ineffizient bei Petrom, „und außerdem braucht Petrom im Verarbeitungs- und Vermarktungsgeschäft hohe Investitionen“, so der Analyst.

Die Mittel dafür dürfte OMV derzeit ohne Probleme aufbringen: Nach dem Rekordergebnis von rund 900 Mill. Euro in 2004 rechnet das OMV-Management im laufenden Jahr damit, Gewinn und Umsatz weiter steigern zu können.

Seite 1:

OMV treibt Pipeline-Projekt Nabucco voran

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%