Industrie

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Vorstandschef Rupert Stadler: Audi wächst schneller als geplant

exklusivDer Dreikampf um die Premiumkrone nimmt neues Tempo auf: Audi-Chef Rupert Stadler kündigt im Handelsblatt-Gespräch ambitionierte Wachstumszahlen an. Bereits 2013 soll eine wichtige Marke gerissen werden.

Audi-Chef Rupert Stadler will mit Audi den Druck auf Marktführer BMW erhöhen. Quelle: dpa
Audi-Chef Rupert Stadler will mit Audi den Druck auf Marktführer BMW erhöhen. Quelle: dpa

IngolstadtDer zweitgrößte Premiumautobauer der Welt erhöht das Tempo bei seinem Wachstumskurs. Bereits in diesem Jahr setzt Audi erstmals mehr als 1,5 Millionen Einheiten ab. „Ja, unter dem Strich werden wir in diesem Jahr mehr als 1,5 Millionen Autos verkaufen“, sagte Audi-Chef Rupert Stadler im Gespräch mit dem Handelsblatt (Donnerstagsausgabe). „Audi wird diese Marke komfortabel überspringen und  das Etappenziel zwei Jahre früher als geplant erreichen.“ Eigentlich wollte er erst 2015 mit Marke überspringen.

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Stadler will die von ihm geführte Tochter des Volkswagen-Konzerns weiter an Branchenprimus BMW heranführen. „Wir haben Mercedes-Benz überholt und sind so dicht an BMW dran wie nie zuvor.“, sagte er. „Wir legen noch einen Zahn  zu, mit neuen Produkten und einer breiten internationalen Aufstellung. So werden wir es schaffen, weiter mit hohem Tempo zu wachsen.“ Eine Modelloffensive soll die entscheidenden Impulse geben. Bei seinem Amtsantritt 2007 wies Audi 19 Modelle auf, inzwischen sind es 44. „Und bis 2020 werden wir bei 60 sein“, kündigte der Vorstandschef an. „Damit haben wir alle Chancen der Welt, zu diesem Zeitpunkt mehr als zwei Millionen Einheiten pro Jahr zu verkaufen und die weltweit führende Premium-Marke zu sein.“

Dabei profitiert die Marke mit den vier Ringen vor allem von der internationalen Dynamik. „Wir werden 2014 zum ersten Mal mehr Autos außerhalb Deutschlands herstellen als an unseren beiden  Stammwerken in Ingolstadt und Neckarsulm“, so Stadler.

Die zehn größten Autohersteller Europas

  • Platz 10

    Nissan

    Verkaufte Fahrzeuge: 0,35 Millionen (-2,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 9

    Toyota

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,43 Millionen (- 2,0 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 8

    Daimler

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,56 Millionen (+5,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 7

    Fiat Gruppe

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,62 Millionen (- 8 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 6

    BMW Gruppe

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,64 Millionen (+ 0,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 5

    Ford

    Verkaufte Fahrzeuge: 0,75 Millionen (-4,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 4

    General Motors

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,8 Millionen (- 5,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 3

    Renault Gruppe

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 0,89 Millionen (+1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 2

    PSA Gruppe

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,11 Millionen (-10,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 1

    Volkswagen

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,49 Millionen (-2,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Quelle

Wie eng der rein deutsch geprägte Wettkampf um die Spitzenposition in der automobilen Premiumklasse ist, zeigt eine neue Prognose, die IHS für das Handelsblatt angefertigt hat: Demnach könnte es Mercedes-Benz inklusive der Tochtermarke Smart bereits 2014 gelingen, Audi wieder zu überholen: Der Vorhersage nach verkauft Audi dann 1,61 Millionen Autos, Mercedes und Smart kommen auf 1,64 Millionen. BMW bleibt inklusive Mini mit 2,07 Millionen Autos an der Spitze.

Trotz der sich abkühlenden Konjunktur in China setzt Audi bei seiner Attacke auf BMW weiter auf seinen wichtigsten Markt und erhöht die Fertigungskapazitäten. Stadler: „Wir haben unsere Kapazitäten in unserem Werk Changchun im Nordosten Chinas in über zwei Jahrzehnten auf rund 500.000 Einheiten ausgebaut.  Der nächste Schritt ist unsere zweite Fabrik in Foshan im Süden Chinas. Dort planen wir 150.000 bis 200.000 Autos pro Jahr vom Band laufen zu lassen. Bei Bedarf können wir das noch steigern.“

Den Absatz dort sollen neue Regionen treiben. „Es gibt langfristig in Mittel- und Westchina ein riesiges Potenzial, das wir noch gar nicht erschlossen haben“, sagte Stadler. „Wir erweitern unser Händlernetz von 300 auf deutlich über 500 Stützpunkte. Bisher sind wir nur in den größeren  Metropolen vertreten. Es gibt Städte mit ein bis zwei Millionen Einwohnern, in denen Audi noch gar nicht präsent ist.“

Ein Dossier zu Audi inklusive Exklusiv-Interview mit Vorstandschef Rupert Stadler in voller Länge lesen Sie in der Donnerstag-Ausgabe des Handelsblatts.

  • 24.07.2013, 17:54 Uhraudi

    sagt was ihr wollt, aber unsere süße Tochter AUDI schlägt sich wacker und imemr wieder erstaunt es mich, wie gut sie das verkaufen können, was bei der Mutter in Wolfsburg wirklich entwickelt wurde.

    Der Käufer aber hat der Vorteil, dass er immer auf die bewährte und sehr kostengünstige Qualität von Volkswagen zurück greifen kann.

  • 24.07.2013, 18:43 UhrVicario

    Zitat : Es gibt Städte mit ein bis zwei Millionen Einwohnern, in denen Audi noch gar nicht präsent ist.

    - dieser Marketingstratege soll aufpassen dass er sich nicht übernimmt ! Einwohner bei den Chinesen bedeutet nicht gleich Kaufkraft für Autos !

    Sämtliche Deutsche Autofirmen haben in letzten Jahren vom Chinesischen Markt profitiert, u.a. auch deswegen, dass die Japaner und Koreaner wegen Strahlung ( Fukushima) teilweise ausgefallen sind !

    Nun kommen diese aber mit einer neuen Wucht zurück und der Chinesische Markt ( Automobilblase ) ist jetzt auch gesättigt !

    Mal schauen, ob dieser Audi-Prophet in 5 Jahren in China noch seine Werke hat...oder ob die Chinesen ihn rausgeekelt haben....?

    Konfuzius läßt grüßen !

  • 24.07.2013, 19:18 Uhrgil-ruiz

    Piech erlaubt Stadler, aus Audi Geld maximal Geld herauszuholen.

    Immer schlecht, wenn dumme Kaufleute im Technologiesektor das Sagen haben.

    VW tickte ursprünglich anders.

    Ich gehe als Aktionär von Bord.

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