Vorstandschef Scheuble beziffert Reingewinn auf 190 Millionen Euro
Merck stellt sich mit VWR-Verkauf neu auf

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern verkauft seine Laborversorgersparte für 1,3 Milliarden Euro an die Private-Equity-Gesellschaft CD&R und trennt sich damit von rund einem Drittel seiner Umsätze. Zugleich legte das Unternehmen Geschäftszahlen vor, die die Erwartungen deutlich übertrafen.

HB FRANKFURT. Nach dem Verkauf an die US-Gesellschaft will sich Merck künftig stärker auf seine Kerngeschäfte im Pharmabereich und in der Spezialchemie konzentrieren.

„Die geplante Veräußerung von VWR wird tief greifende Änderungen für die Merck-Gruppe bringen“, teilte die im MDax gelistete Merck in Darmstadt mit. Rund 1,3 Mill. Euro soll der Verkauf an von Clayton, Dubilier & Rice (CD&R) verwaltete Fonds bringen. Damit trennt sich der Konzern von rund einem Drittel seiner Umsätze. „Wir werden zwar kleiner, dafür aber rentabler und dabei fast frei von Finanzschulden sein“, kommentierte Vorstandschef Bernhard Scheuble in Darmstadt den Verkauf. Den Reingewinn aus der Transaktion bezifferte er auf rund 190 Mill. Euro. Zugleich teilte Merck mit, im vergangenen Jahr dank guter Geschäfte mit Flüssigkristallen ein operatives Ergebnis von 736 Mill. € erwirtschaftet zu haben. Damit lag der Konzern klar über den Schätzungen der Analysten, die im Schnitt mit 712 Mill. € gerechnet hatten.

Der Verkauf bedürfe noch die Zustimmung der zuständigen Behörden. Mit einer Trennung von VWR können die Darmstädter auf Konzernebene ihre Gewinnmargen verbessern und Finanzmittel für Investitionen in profitablere Geschäfte wie etwa die zuletzt starke Flüssigkristallsparte frei setzen. Auch für Zukäufe im Pharmageschäft und bei Nachahmermedikamenten wäre Geld vorhanden. Zudem kann Merck Schulden abbauen. Zunächst sei jedoch ein Rückgang von zehn Prozent beim Ergebnis bei gleichzeitig höherer Umsatzrentabilität zu erwarten. Das Laborversorgergeschäft war zuletzt eher margenschwach. „Mittelfristig will Merck seine Kerngeschäfte weiter ausbauen und seine 336-jährige Erfolgsgeschichte in Pharma und Chemie weiter ausbauen“, hieß es bei Merck.

Im vergangenen Jahr steigerte Merck dank Flüssigkristallen und Nachahmermedikamenten sein operatives Ergebnis um 19,4 %. Der Umsatz ging indes um 2,7 % auf 7,2 Mrd. € zurück. Dabei legten die Pharma-Umsätze um 4,8 % und die Flüssigkristallumsätze um 16 % zu. Unter dem Strich erwirtschaftete Merck nach Fremdanteilen einen Gewinn von 208,3 Mill. €, ein Plus von 2,6 %. Seinen Aktionären will Merck für 2003 eine Dividende von 80 Cent zahlen.

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