Vorstandsgehälter
Auf internationalem Niveau

Vergütungsberichte über Vorstandsgehälter sind heute auch in Deutschland Standard für jedes große Unternehmen. Die Qualität der Informationen ist gestiegen, ist das Fazit des Publizitätsrankings, das Vergütungsexperte Heinz Evers für das Handelsblatt erstellt hat.

DÜSSELDORF. Die führenden deutschen Konzerne haben mit ihren Vergütungsberichten internationales Niveau erreicht. Nicht nur der Umfang der Informationen, der teilweise 14 Seiten wie beim Softwarehersteller SAP ausmacht, ist erheblich gestiegen. Auch die Qualität der Informationen über die Bezüge von Vorstandsmitgliedern und Aufsichtsräten hat erheblich gewonnen.

Zu diesem Ergebnis kommt das Publizitätsranking der Dax-Konzerne, das der Vergütungsexperte Heinz Evers zum vierten Mal für das Handelsblatt erstellt hat. Erstmals hat Evers in diesem Jahr auch die Angaben für Aufsichtsräte in die Bewertung aufgenommen. Die Unternehmen konnten dadurch maximal 63 Punkte in 14 Kategorien bekommen. Die Kriterien reichen von der Bewertung der Gesamtdarstellung der Vergütungen über Nebenleistungen bis hin zu Abfindungen und Altersvorsorge. Aus den Vergütungsberichten lassen sich inzwischen interessante Details herauslesen.

Im Handelsblatt-Ranking 2007 erreicht der krisengeschüttelte Technologiekonzern Siemens mit 92 Prozent der maximalen Wertungszahl den Spitzenwert unter allen Dax-Konzernen. Der Pharmakonzern Merck ist als Dax-Neuling erst zwei Mal dabei – und zum zweiten Mal das Schlusslicht mit großem Abstand. Grund ist aber nicht die besondere Rechtsform der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Denn auch das Konsumgüterunternehmen Henkel firmiert als KGaA und erreicht trotzdem Platz acht.

Innerhalb der Top-30 an der deutschen Börse ist es gegenüber dem Vorjahr teilweise zu erheblichen Verschiebungen gekommen. Ursache dafür ist einerseits die Berücksichtigung der Darstellung von Aufsichtsrats-Vergütungen im jüngsten Ranking. Andererseits sind einige Unternehmen wie beispielsweise die Allianz weit unter ihrem früheren Niveau geblieben. Der Versicherungskonzern stürzte von Rang vier auf 21 regelrecht ab. Wenig überzeugend ist hier die Darstellung der langfristigen Vergütungskomponenten des Vorstands. Vergütungfachmann Evers vermisst im aktuellen Geschäftsbericht vor allem die Übersichtlichkeit. Die Informationen seien lieblos zusammengestellt.

Insgesamt erreichen die Unternehmen heute im Schnitt 76 Prozent der Maximalbewertung, das sind 22 Prozentpunkte über dem Niveau 2004. Damals war allerdings noch nicht das Vorstandsvergütungsoffenlegungsgesetz (VorstOG) in Kraft. Nur der Corporate Governance Kodex unter Leitung von Gerhard Cromme empfahl schon den individuellen Ausweis der Vorstandsvergütungen. Cromme, der nicht nur Aufsichtsratschef bei Siemens, sondern auch bei Thyssen-Krupp ist, steigt im aktuellen Ranking mit auch mit dem Stahlhersteller in die Spitzengruppe auf.

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