Vorstandsgehälter
Die Zehn-Millionen-Euro-Frage bei VW

Selbstbedienungsladen VW? Für hohe Gehälter und Bonuszahlungen hat der Konzern viel Prügel einstecken müssen. Nun reagiert das Unternehmen. Aber im Vergleich zu vielen Beschäftigten bleiben die Unterschiede enorm.
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Wolfsburg/BerlinHöchstens zehn Millionen Euro. Das soll der Vorstandschef von Volkswagen künftig pro Jahr verdienen dürfen. Für die allermeisten Arbeitnehmer in Deutschland ist das immer noch eine schwindelerregende, schier unvorstellbare Summe. Für den VW-Boss aber bedeutet das sogar eine potenzielle Gehaltskürzung.

Denn es gab schon Zeiten, da erhielt ein Vorstandsvorsitzender beim europäischen Autoprimus 17,5 Millionen Euro – Martin Winterkorn für das Jahr 2011. Das lag vor allem an hohen Bonuszahlungen angesichts von hohen Gewinnen. Die Höhe von Winterkorns Gehalt sorgte seinerzeit für hitzige Diskussionen unter Politikern, Gewerkschaftern und Wirtschaftsethikern.

Der amtierende VW-Chef Matthias Müller bekam für 2015 „nur“ etwas mehr als 4 Millionen Euro, was vor allem an den Folgen von „Dieselgate“ lag. Bei einer Sitzung am Freitag will sich der Aufsichtsrat jetzt zu einer Reform der Vergütungen durchringen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Konzern erfuhr.

Es geht um Fixbeträge, Jahresboni und Aktienoptionen. Die Botschaft jedoch ist klar: Die durchschnittlichen Vorstandsgehälter sollen sinken. Denn die Kritik an hohen Bonuszahlungen und Millionen-Abfindungen bei Volkswagen wurde zuletzt wieder schärfer - muss doch der Konzern immense Kosten aufbringen, um die Folgen der Abgas-Manipulationen zu begleichen. Und um die Ertragskraft der Kernmarke VW zu stärken, sieht ein Umbauprogramm auch einen Stellenabbau vor - wenngleich es bis Ende 2025 keine betriebsbedingten Kündigungen geben soll.

Superhohe Gehälter passen bei einer solchen Gemengelage nicht mehr in die Landschaft. Die SPD legte auch mit Blick auf VW einen Vorschlag vor: Firmen sollen die Millionen an ihre Topmanager in geringerem Umfang als Betriebsausgaben steuerlich absetzen können. Mittlerweile können sich Manager selbst für eine Reform erwärmen. So meinte Allianz-Deutschland-Chef Manfred Knof im „Handelsblatt“: „Dass ein erheblicher Teil (der Vergütung) zurückgestellt oder vom nachhaltigen wirtschaftlichen Agieren abhängig gemacht wird, finde ich korrekt.“

Viele Bürger hätten kein Verständnis dafür, dass Vorstände mit riesigen Abfindungen in den Ruhestand geschickt werden oder hohe Gehälter kassierten, selbst wenn das eigene Unternehmen in der Krise stecke, sagte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann: „Da läuft etwas aus dem Ruder.“ Die Union, die lange gegen eine Änderung war, zeigte sich zur gemeinsamen Lösung bereit. Der Bundestagswahlkampf hat begonnen.

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  • Wer glaubt, dass ein Manager freiwillig sein Gehalt/Pension oder sonst was kürzt, glaubt auch, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet.
    Das gleiche gilt für Politiker!

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