Vorstandspersonalie entschieden
Thyssen-Krupp legt Rekordergebnis vor

Thyssen-Krupp hat im abgelaufenen dritten Quartal des Geschäftsjahres 2005/2006 (zum 30. September) den höchsten Zwischengewinn seit der Fusion der beiden Stahlkocher 1999 erzielt. Auch bei einer wichtigen Personalie gibt es gute Nachrichten. Dagegen hängt der Konzern bei seiner Nordamerika-Expansion in der Luft.

HB/mjh DÜSSELDORF. Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten sei vor Steuern von 577 auf 806 Mill. Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Im Juli hatte Thyssen-Krupp einen vorläufigen Wert von mehr als 750 Mill. Euro genannt. Der Umsatz stieg um 8 Prozent auf 12,1 Mrd. Euro.

Für das Gesamtjahr erwartet Thyssen-Krupp nun einen Umsatz von 46 Mrd. Euro, nachdem die Prognose bislang bei gut 44 Mrd. Euro gelegen hatte. Der Vorsteuergewinn soll von 1,8 Mrd. Euro im Vorjahr auf rund 2,5 Mrd. Euro steigen. „Im weiteren Jahresverlauf rechnen wir mit einer Fortsetzung der positiven Geschäftsentwicklung“, bilanzierte Konzernchef Ekkehard Schulz.

Gestützt wird die Prognose durch die anhaltend hohe Stahlnachfrage, die dem Düsseldorfer Konzern bereits im vergangenen Geschäftsjahr deutliche Zuwächse bescherte. Die Stahlsparte steigerte im dritten Quartal ihr Vorsteuerergebnis (Ebt) von 367 auf 382 Mill. Euro. Im Edelstahlbereich, der noch im zweiten Quartal mit Einbußen zu kämpfen hatte, stieg das Vorsteuerergebnis von 72 auf 126 Mill. Euro. Den deutlichsten Sprung schaffte der Technologiebereich des Konzerns, der sein Ebt auf 90 Mill. Euro fast verdreifachte. Problemsparte bleibt hingegen der Bereich Automotive. Hier ging das Ergebnis von 43 auf 33 Mill. Euro zurück.

Wichtige Personalie

Am heutigen Freitag tagt auch der Aufsichtsrat des Düsseldorfer Industriekonglomerats. Er wird aber noch keine endgültige Entscheidung über seine künftige Nordamerika-Strategie treffen, das im Moment heißeste Thema im Konzern, wohl aber eine Vorstandspersonalie beschließen. Der Vertrag von Finanzchef Stefan Kirsten wird um weitere fünf Jahre verlängert. „Von Seiten der Arbeitnehmervertreter und der Kapitalseite gibt es keine Einwände“, heißt es in Konzernkreisen.

Kirsten, 45, war 2002 von Metro zu Thyssen-Krupp gewechselt. Im gleichen Jahr stießen mit Olaf Berlien, 43, der heute das Industriegeschäft leitet, und Edwin Eichler, 48, aktueller Chef der Dienstleistungssparte, zwei weitere externe Manager zum Traditionskonzern. Das Trio zählt neben Stahlchef Karl-Ulrich Köhler, 50, zu den Kandidaten, die im Jahr 2009 die Nachfolge von Konzernchef Ekkehard Schulz, 65, antreten sollen. Über die Vertragsverlängerung für Vorstandsmitglied Eichler wird der Aufsichtsrat voraussichtlich auf der nächsten Sitzung am 30. November entscheiden.

Nordamerika-Expansion

Dann wird das Gremium auch endgültig die Weichen für die geplante Expansion in Nordamerika stellen. Aber solange nicht klar ist, ob Thyssen-Krupp doch noch den größten kanadischen Stahlhersteller Dofasco übernehmen kann, muss das Management zweigleisig fahren. Der Vorstand soll heute die erforderlichen Mittel für den Kauf eines geeigneten Grundstücks im Süden der USA an die Hand bekommen, auf dem Thyssen-Krupp ein neues Stahlwerk bauen könnte. Zwar hatte der Konzern mit Branchenprimus Mittal Steel im Januar vereinbart, Dofasco für 3,8 Mrd. Euro zu übernehmen, falls Mittal die Arcelor-Übernahme gelingt. Doch zwischenzeitlich hat Arcelor Dofasco an eine niederländische Stiftung übertragen, wodurch der Verkauf fünf Jahre blockiert ist.

Konzernchef Schulz hofft offenbar darauf, dass Mittal zu seinem Vertrag mit Thyssen steht und die Stiftung auflöst. Dies müsste aber bis spätestens zum Jahresende geschehen. Falls nicht, müsste Thyssen den Bau eines neuen Stahlwerks vorantreiben. Der Konzern braucht einen Abnehmer in den USA für sein neues Stahlwerk in Brasilien, das Anfang 2009 in Betrieb gehen soll.

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