Vorstandsrochade
BMW tauscht Deutschland-Chef aus

Weil die Rendite des Autoherstellers weiter enttäuscht, stellt Konzernchef Reithofer seine zweite Führungsebene um. Unter anderem wird Deutschland-Chef Ludwig Willisch seinen Posten verlieren. Der Wechsel offenbart, wie stark der Druck auf den erfolgsverwöhnten Autokonzern zugenommen hat.

MÜNCHEN/FRANKFURT. Der BMW-Konzern ordnet nach schwachen Renditezahlen seine zweite Führungsebene neu. Unternehmenskreisen zufolge werden wichtige Schlüsselpositionen auf Bereichsebene derzeit neu verteilt. Unter anderem wird Deutschland-Chef Ludwig Willisch seinen Posten verlieren. Er verbleibt aber im Unternehmen. Ein BMW-Sprecher bestätigte, Willisch werde zum 1. Januar Chef der konzerneigenen Tuning-Tochter BMW M-GmbH. Solche konzerninternen Wechsel seien üblich. Ein Nachfolger stehe noch nicht fest.

„Wir haben personelle Entscheidungen getroffen“, erklärte BMW-Chef Norbert Reithofer am Dienstag nach der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal. Diese fielen schlechter als erwartet aus, auch wegen des schwierigen Geschäfts auf dem Heimatmarkt. So hat BMW von Januar bis Oktober auf dem schrumpfenden deutschen Markt mit den Marken BMW und Mini 2,7 Prozent weniger Autos abgesetzt als im Vorjahr.

In Branchenkreisen heißt es zudem, dass BMW mit der Renditeentwicklung auf dem hart umkämpften deutschen Markt äußerst unzufrieden sei. So hätten die Bayern im Abwehrkampf gegen Audi mit deutlichen Incentives ihre Marktposition zu behaupten versucht, sagte ein Manager der Konkurrenz. Deutschland-Chef Willisch hatte aber jüngst noch betont, der Ertrag sei BMW wichtiger als der Absatz.

Diese Formel einzulösen ist bei BMW jetzt offenbar Pflicht. BMW hat in den ersten neun Monaten zwar einen Rekordabsatz eingefahren, der Vorsteuergewinn liegt aber zeitgleich um 17 Prozent unter dem Vorjahr. Neben der Rabattschlacht in Deutschland belasten die hohen Rohstoffpreise und der schwache US-Dollar die Margen. Die operative Rendite im Autogeschäft ist erneut gesunken und beträgt im dritten Quartal 5,4 Prozent, nach 5,5 Prozent im ersten Halbjahr.

Damit hat das Unternehmen die erhoffte Trendwende immer noch nicht geschafft. Branchekreisen zufolge hat BMW für das Schlussquartal ein erneutes Spardiktat aufgelegt. „Wir beschäftigen uns derzeit sehr stark mit den Kosten im Unternehmen“, räumte Reithofer ein. Der BMW-Chef will unter allen Umständen den versprochenen Vorsteuergewinn von 3,75 Mrd. Euro einfahren. Das Schlussquartal muss nun allein 1,1 Mrd. Euro bringen, um das Ziel zu schaffen.

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