Vorstandsvorsitz
Thyssen-Krupp sucht neuen Chef extern

Im Rennen um die Nachfolge von Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz bahnt sich eine überraschende Wende an. Aufsichtsratschef Gerhard Cromme suche extern nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden, verlautete aus Konzernkreisen. Bislang galt eine interne Lösung als beschlossene Sache. Der Vertrag von Schulz läuft im Januar 2011 aus, er könnte allerdings schon nächstes Jahr abtreten.

FRANKFURT. Damit wird das Rennen um die Nachfolge, die in den kommenden Monaten festgezurrt werden soll, unerwartet spannen. Denn mit den Vorständen Olaf Berlien und Edwin Eichler gibt es bereits zwei interne Kandidaten, die sich Hoffnung auf den Posten machen. Auch Alan Hippe, der im April als Finanzvorstand zum Ruhrkonzern wechselte, wurde immer wieder genannt. Die drei seien nicht endgültig aus dem Rennen, hieß es gestern in Konzernkreisen. Allerdings könne in der derzeitigen Unternehmenssituation ein Externer die bessere Lösung sein.

"Cromme orientiert sich an seinen Erfahrungen bei Siemens", heißt es im Konzernumfeld. Beim Münchener Technologiekonzern hatte Cromme, der auch dort Aufsichtsratsvorsitzender ist, im Juli 2007 mit Peter Löscher einen Externen auf den Chefsessel gehievt.

Ähnlich wie Siemens damals steht auch Thyssen-Krupp heute vor einer Zäsur. Mit Beginn des neuen Geschäftsjahres zum 1. Oktober wird das Konglomerat von fünf auf zwei Säulen verschlankt. Die Geschäftsbereiche verlieren dabei weitgehend ihre Selbstständigkeit.

Mit dem Umbau reagiert das Unternehmen auf die Auswirkungen der Wirtschaftskrise, die Thyssen-Krupp in diesem Jahr tief in die Verlustzone gedrückt haben. Erwartet wird ein Milliardenverlust. Die Neustrukturierung geht einher mit schmerzlichen Einschnitten. So verabschiedet sich der Konzern von Teilen seiner Werften und baut Tausende Arbeitsplätze ab. Auch wenn das vor allem die Auslandstöchter trifft, ist das Verhältnis zu den Betriebsräten und der IG Metall angespannt.

Die kritisieren vor allem eine schlechte Informationspolitik, etwa in Bezug auf die Zukunft von Thyssen Marine Systems-Krupp (TKMS), wo das Werftengeschäft gebündelt ist. Nur scheibchenweise sickerte durch, dass der Konzern Teile des zivilen Schiffbaus verkaufen oder in Partnerschaften einbringen will. Am Freitag wollen daher Beschäftigte von TKMS vor den Werkstoren der Thyssen Blohm & Voss-Werft demonstrieren.

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