Vorsteuerergebnis eingebrochen
Dürr kämpft mit technischen Problemen

Der Stuttgarter Spezialist für Automobilproduktionsanlagen Dürr hat im dritten Quartal einen Einbruch beim Vorsteuerergebnis verzeichnet. Am Ende standen aber trotz schwer wiegender technischer Probleme in zwei Unternehmensbereichen noch schwarze Zahlen. Nun sollen die beiden Sparten umstrukturiert werden.

HB STUTTGART. Der Gewinn des Herstellers von Lackier- und Endmontageanlagen für die Autoindustrie brach vor Steuern auf 810 000 € ein, vor Jahresfrist waren es noch 10,2 Mill. €, wie Dürr am Freitag mitteilte. Grund dafür seien die zusätzlichen Kosten bei der Abwicklung von Aufträgen, deretwegen Dürr bereits vor einer Woche seine Gewinnprognose für 2004 drastisch gesenkt hatte. Von den dafür notwendigen zwölf bis 14 Mill. € wurden im dritten Quartal 10,8 Mill. € verbucht. „Das Dürr-Geschäft hat sich in den ersten neun Monaten alles in allem gut entwickelt“, erklärte Vorstandschef Stephan Rojahn trotz der Probleme. Die im Kleinwerteindex SDax notierte Dürr-Aktie gab am Vormittag um knapp ein Prozent auf 15,40 € vor.

In den ersten neun Monaten verbesserte Dürr das Ergebnis vor Steuern auf 9,1 Mill. €, nachdem 2003 die Kosten für das Kostensenkungsprogramm „Sprint Quadrat“ zu einem Verlust von 1,6 Mill. € geführt hatten. Zum Jahresende soll der Gewinn vor Steuern bei acht bis zwölf Mill. € liegen. Der Umsatz stagnierte bis Ende September bei 1,53 Mrd. €, wäre bei gleich bleibenden Wechselkursen aber um 3,5 % gestiegen. Bis zum Ende des Jahres peilt Dürr einen Umsatz von etwas über zwei (2003: 2,2) Mrd. € an, wie aus dem Quartalsbericht hervorgeht.

Der Auftragseingang sackte in den ersten neun Monaten auf 1,31 (1,92) Mrd. € ab, nachdem Dürr im Vorjahr einen Großauftrag von General Motors verbucht hatte. Nach Ende des dritten Quartals lagen Aufträge über 1,19 (1,74) Mrd. € vor.

Um das Risiko zu reduzieren und die Fehlerquote zu senken, soll die von den Pannen am stärksten betroffene US-Tochter Dürr Production Systems, die Endmontagesysteme produziert, in die Schwestergesellschaft Acco integriert werden. Die Produktlinien in der Reinigungstechnik (Ecoclean) sollten gemeinsam gesteuert werden, kündigte Vorstandschef Rojahn an. Ecoclean rutschte in den ersten neun Monaten wegen der außerplanmäßigen Kosten (5,3 Mill. €) mit 3,5 (plus 3,0) Mill. € in die roten Zahlen. Die Sparte Final Assembly Systems (Endmontage) lag trotz außerplanmäßiger Kosten von 5,5 Mill. € mit einem Gewinn von 2,6 (2,0) Mill. € vor Steuern noch über Vorjahr. Die Messtechnik-Sparte reduzierte ihren Verlust auf 5,4 (minus 13) Mill. € und soll bis Jahresende die Null-Linie erreichen.

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