Vorwärtsverteidigung auf japanisch
Toyotas genialer Coup

Toyota will seine Preise in den USA erhöhen. Hat der japanische Autobauer sein Herz für die Wettbewerber entdeckt, will er ihnen aus der Verlust bringenden Rabattspirale helfen?

HB. Samariterhaftes Verhalten in der hart umkämpften Automobilbranche, das macht stutzig. So steckt auch hinter den Aussagen des Chefs des erfolgreichsten und reichsten Autobauers der Welt nur eines: nüchternes ökonomisches Kalkül.

Denn in der Tat können Toyota die wirtschaftlichen Probleme der beiden großen US-Konkurrenten General Motors und Ford nicht egal sein. Beide Konzerne sind Symbole der amerikanischen Wirtschaft. Ihr anhaltender Niedergang birgt unkalkulierbare Risiken auch für die Japaner. Eine weitere Verschlechterung des US-Konsumklimas kann Toyota nämlich genauso wenig brauchen wie einen dauerhaften Kampf gegen zwei angeschlagene Riesen, die die Preisspirale auf dem Markt immer weiter nach unten drehen, um ihre Kapazitäten besser auslasten zu können.

Am Ende des Tages würde sich auch Toyota einer solchen Abwärtsspirale nicht entziehen können. Und schließlich weiß Toyota-Chef Hiroshi Okuda sehr genau um die Kraft der amerikanischen Identität in Krisenzeiten. Rollt erst einmal die Kampagne, dass es unamerikanisch sei, asiatische Automarken zu kaufen, spielt es keine Rolle mehr, dass ein Großteil der Autos mit dem Toyota-Label im Lande selbst produziert worden ist.

Also hat Okuda die Vorwärtsverteidigung gewählt: Er kündigt Preiserhöhungen an, um den Wettbewerbern Gleiches zu ermöglichen. Ziel sind branchenweit höhere Margen, von denen auch Toyota profitiert. Den Marketingeffekt nimmt er gerne mit. Die Botschaft lautet: Toyota ist so übermächtig, dass es großherzig sein kann – ein genialer Coup! hof

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