Vorwürfe illegaler Absprachen
EU-Kommission ermittelt gegen Eon und RWE

Die deutschen Energieriesen Eon und RWE werden offenbar von der EU-Kommission unerlaubter Absprachen im Strommarkt zu Lasten der Verbraucher verdächtigt. Einem Zeitungsbericht zufolge wurden am Dienstag Akten beschlagnahmt. Die Konzerne geben sich verschwiegen.

HB DÜSSELDORF. Nach den Razzien der EU-Kommission haben Eon und RWE Kommentare zu einem Bericht über Hinweise auf illegale Absprachen abgelehnt. „Mit Blick auf das laufende Verfahren nehmen wir zu Einzelheiten keine Stellung“, sagte ein Sprecher von RWE Energy am Donnerstag. „Kein Kommentar“, hieß es beim größten deutschen Energiekonzern Eon.

Mitte Mai hatten die beiden Unternehmen bestätigt, dass Ermittler der EU-Kommission ihre Häuser zu „Nachprüfungen“ aufgesucht hätten. Einem Bericht der „Berliner Zeitung“ zufolge beschlagnahmten Ermittler der EU bei Razzien in den Zentralen von Eon am Dienstag umfangreiche Unterlagen. Die Kommission habe Hinweise darauf, dass es wettbewerbswidrige Absprachen mit RWE gegeben habe könne. Das Bundeskartellamt bestätigte lediglich, dass es an der Razzia beteiligt war. Vor gut zwei Wochen hatten EU-Ermittler bei einer ebenfalls groß angelegten Durchsuchungsaktion die Gasversorger im Visier gehabt.

EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes wird im Juli nach Berlin reisen und dort mit Vertretern der Bundesregierung sprechen. Dabei dürfte es auch um die Öffnung der Energiemärkte gehen, hieß es am Donnerstag im Umfeld der Kommissarin.

Eon erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 56 Milliarden Euro, die Erlöse von RWE lagen bei 41 Milliarden Euro. „Das kommt bei den Investoren natürlich nicht so gut an“, sagte ein Händler zu dem Zeitungsbericht. Die Aktien von Eon und RWE gaben mit einem Minus von knapp zwei Prozent stärker nach als der Gesamtmarkt. „Man muss aber auch dazu sagen, dass die Aktien von RWE und Eon zuletzt sehr gut gelaufen sind“, fügte der Händler hinzu.

Dem Zeitungsbericht zufolge platzten die EU-Ermittler am Dienstag in eine Vorstandssitzung von Eon Energie in München und beschlagnahmten alle im Raum befindlichen Unterlagen. Sie hätten anschließen die Computer der Führung um Eon-Energie-Chef Johannes Teyssen und die der engsten Mitarbeiter gesichert.

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