Vorwurf: Betrug
FMC im Visier von US-Ministerium

Der Dialyse-Spezialist Fresenius Medical Care (FMC) ist wegen der Abrechnung von Blutwäschen mit den öffentlichen Krankenkassen auch ins Visier des US-Justizministeriums geraten. Der Vorwurf: Das von FMC übernommene Unternehmen renal Care habe eine Scheinfirma eingerichtet.

HB CHICAGO. Das Ministerium teilte am Dienstag mit, es habe sich einer Klage vor dem Bezirksgericht in St. Louis im Bundesstaat Missouri angeschlossen. In der Klage werfen zwei ehemalige Mitarbeiter der von FMC übernommenen Renal Care vor, in den Jahren 1999 bis 2005 betrügerische Rechnungen bei der staatlichen Gesundheitsfürsorge für Rentner, Medicare, eingereicht zu haben.

Dabei geht es um Geräte und Zubehör für die Blutwäsche zu Hause, die so genannte Bauchfell-Dialyse. Die Kläger behaupten, Renal habe dafür eine Scheinfirma eingerichtet, die wenig mehr zu tun hatte, als Rechnungen an die Regierung zu schreiben.

Wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten in den Abrechnungen hatte die US-Justiz mehrmals die Geschäfte von Unternehmen der Branche geprüft, darunter Weltmarktführer FMC und die ehemalige Renal Care. FMC selbst hatte das laufende Verfahren in Missouri vor kurzem anlässlich der Begebung einer Anleihe an die Öffentlichkeit gebracht. „Wir gehen davon aus, dass Renal Care ordnungsgemäß abgerechnet hat, wie von ihren Rechtsberatern empfohlen“, bekräftigte ein FMC-Sprecher am Dienstag. „Wir sehen der Klage mit Gelassenheit entgegen und werden uns entschieden verteidigen.“

Seinen Ausgang habe das Verfahren vor mehr als einem Jahr genommen, als ein Staatsanwalt in Missouri Unterlagen bei vielen Unternehmen der Branche angefordert habe. Ein Wettbewerber hatte eine Zivilklage und ein Strafverfahren gegen Zahlung von rund 20 Mill. Dollar abgewendet. Gegen Renal Care habe nach Kenntnis des Unternehmens von Anfang an nur ein Zivilverfahren zur Debatte gestanden, sagte der FMC-Sprecher.

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