Vorwurf der illegalen Absprache: Endesa will sich nicht zwingen lassen

Vorwurf der illegalen Absprache
Endesa will sich nicht zwingen lassen

Endesa-Präsident Manuel Pizarro hat sich am Samstag gegen einen Verkauf des spanischen Stromversorgers ausgesprochen und die Aktionäre zur Ablehnung der Offerten von Eon und Gas Natural aufgerufen.

HB MADRID. „Ich werde mich selbstverständlich keiner Übernahme anschließen“, sagte er am Samstag auf der Hauptversammlung in Madrid mit Blick auf die konkurrierenden Angebote des deutschen Eon- Konzerns und des spanischen Gasversorgers Gas Natural. Pizarro verteidigte die Eigenständigkeit Endesas und appellierte an die Aktionäre, an das Unternehmen zu glauben.

In jedem Fall sei das Angebot von Eon über 29,1 Milliarden Euro besser als das von Gas Natural über 22,5 Milliarden. Zudem wollten die Düsseldorfer vollständig in bar bezahlen, Gas Natural dagegen größtenteils mit Aktien. Endesa sei jedoch mehr wert, betonte Pizarro. Die Übernahmeangebote hätten den Wert Endesas steigen lassen und seien der Beweis dafür, dass die bisherige Strategie des Unternehmens richtig gewesen sei.

Endesa bestritt zudem, dass die Eon-Offerte bereits vor Wochen mit dem deutschen Konzern ausgehandelt worden sei. Zwar habe es mehrere Treffen mit dem Eon-Management gegeben, sagte Endesa- Vizepräsident Rafael Miranda. Dabei sei es aber lediglich um die Möglichkeit eines Angebots gegangen. Verhandlungen oder Absprachen über die konkreten Bedingungen oder den Preis habe es nicht gegeben. „Dies haben wir erst erfahren, als die Eon-Offerte am Dienstag publik gemacht wurde.“

Der spanische Industrieminister José Montilla hat die Madrider Börsenaufsicht (CNMV) aufgefordert zu prüfen, ob es zwischen Endesa und Eon illegale Absprachen gegeben habe. Um die von der spanischen Regierung abgelehnte Übernahme zu verhindern, hatte das Kabinett am Freitag im Eilverfahren mehrere Gesetzesänderungen beschlossen. So wurde die staatliche Regulierungsbehörde (CNE) ermächtigt, das Angebot von Eon zu überprüfen und gegebenenfalls zu stoppen.

Bislang konnte die CNE (Nationale Energiekommission) nur bei Fusionen unter spanischen Unternehmen eingreifen. Überdies will die Regierung den Unternehmen die milliardenschweren indirekten Subventionen streichen, mit denen bislang die Differenz zwischen den Produktionskosten und den Strompreisen für die Verbraucher ausgeglichen wurden.

Die sozialistische Regierung will, dass Endesa in spanischer Hand bleibt und favorisiert daher die feindliche Offerte von Gas Natural. Dieser will Presseberichten zufolge an diesem Montag ein verbessertes Gebot vorlegen. „Wir lassen uns nicht in die Knie zwingen“, sagte Endesa-Vize Miranda auf der Hauptversammlung.

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