Vorwurf der Untreue und Urkundenfälschung
Früherer Daimler-Manager angeklagt

Wegen gewerbsmäßiger Untreue und Urkundenfälschung hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart Anklage gegen einen früheren Daimler-Chrysler-Manager erhoben. Der Schaden wird mit 40 Millionen Euro angegeben.

HB STUTTGART. Wie eine Sprecherin am Donnerstag berichtete, soll der 41-Jährige Mann über mehrere Jahre hinweg Scheinrechnungen über Dienstleistungen im EDV-Bereich angewiesen haben, obwohl die Leistungen nicht erbracht wurden. Der Schaden wurde mit 40 Mill. Euro angegeben. Der Mann sitzt seit einem Jahr in Untersuchungshaft.

Drei Mitangeklagten werde Beihilfe zur Last gelegt, teilte die Sprecherin mit. Der Angeklagte habe sie veranlasst, die Scheinrechnungen zu stellen. Der 41-Jährige sei im Controlling von Daimler-Chrysler tätig gewesen.

Er soll laut Anklage drei Scheinfirmen gegründet haben. Die illegalen Geschäfte sollen zwischen November 2000 und November 2005 über die Bühne gegangen sein. Bei dem Manager wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft 20 Mill. Euro beschlagnahmt.

Ein Termin für die Hauptverhandlung vor dem Stuttgarter Landgericht stand zunächst nicht fest. Offenbar waren die Ermittler den Machenschaften bei einer Steuerprüfung auf die Spur gekommen. Eine DaimlerChrysler-Sprecherin sagte, der Konzern fordere das Geld von dem Mann zurück.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Autobauer illegale Praktiken im Busgeschäft aufgedeckt. Der Leiter der Bus-Aktivitäten, Wolfgang Diez, hatte deshalb aus persönlichen Gründen sein Amt niedergelegt. Die Revision hatte bei der Untersuchung der Geschäftsabläufe Unregelmäßigkeiten entdeckt, die dem Unternehmen zufolge zur Suspendierung von leitenden Mitarbeitern geführt hatten. Die Staatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben hier kein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Im Juni hatte der Konzern eine Reihe von Korruptionsfällen eingeräumt. Bei internen Untersuchungen seien unkorrekte Zahlungen in Afrika, Asien und Osteuropa aufgedeckt worden, hatte das Unternehmen in einem Bericht an die amerikanische Börsenaufsicht SEC erklärt. In den USA ermitteln SEC und Justizministerium, ob der Autobauer gegen amerikanische Anti-Korruptionsgesetze verstoßen hat.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart prüft in diesem Zusammenhang seit längerer Zeit, den Verkauf oder die Lieferungen von Fahrzeugen nach Polen, Ghana und Belgien. In diesem Zusammenhang könnten möglicherweise Schmiergelder geflossen sein.

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