Vossloh

Bahntechnikkonzern will weitere Sparte verkaufen

Erst kürzlich hat der Bahntechnikkonzern Vossloh sein Spanien-Geschäft abgestoßen. Nun drängt Aufsichtsratschef Heinz-Hermann Thiele einen weiteren Geschäftszweig zu verkaufen. Einen Käufer gibt es bisher nicht.
Der Bahntechnikkonzern Vossloh kann sich derzeitig nicht beschweren. Quelle: dpa
Steigender Umsatz

Der Bahntechnikkonzern Vossloh kann sich derzeitig nicht beschweren.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Bahntechnikkonzern Vossloh kommt mit dem Verkauf von Randgeschäften voran. Vorstandschef Hans Martin Schabert kündigte am Donnerstag an, „mit überwiegender Wahrscheinlichkeit“ in den kommenden Monaten die Veräußerung des Geschäftes mit elektrischen Systemen für Schienen- und Straßenfahrzeuge unter Dach und Fach zu bringen. Ein niedriger bis mittlerer zweistelliger Millionenbetrag werde dann in die Kassen gespült. Ohne das Geschäftsfeld Electrical Systems werde die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) in diesem Jahr 4,5 bis 5,0 (Vorjahr: 3,8) Prozent erreichen, kündigte Schabert an. Ursprünglich hatte er 4,0 bis 4,5 Prozent angepeilt.

In den ersten neun Monaten sorgten die anhaltende Schwäche in den USA sowie Währungseffekte im fortgeführten Geschäft für einen Umsatzrückgang um 4,3 Prozent auf 664,1 Millionen Euro. Kostensenkungen hievten das Ebit aber auf 34,7 (Vorjahr: 29,7) Millionen Euro. Der Auftragseingang legte dank eines Großauftrages in dem zum Verkauf stehenden Lokomotivgeschäft auf 830 (725,1) Millionen Euro zu.

Diese deutschen Technologie-Marken sind zukunftssicher
Made in Germany
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Das Image der deutschen Ingenieure hat durch den Dieselskandal gelitten. Doch etliche Technologie-Marken genießen weiterhin einen exzellenten Ruf - und gelten als besonders zukunftsfähig. Das zeigt die Studie „Made in Germany 4.0“ der Markenberatung Brandtrust. Die Berater haben dafür rund 70 Top-Manager, sowie 3.300 Kunden und Einkäufer befragt.

Kriterien
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Bewertet wurden 33 deutsche Marken nach zehn Kriterien: Der Fähigkeit, höhere Preise durchzusetzen, der Adaptionsfähigkeit. der Anfälligkeit für Trends. der gesellschaftlichen Relevanz. der Unverzichtbarkeit für die Kunden, dem Markenerlebnis, der Fähigkeit, die Kunden zu Markenbotschaftern zu machen, dem Stolz der Mitarbeiter, der Fähigkeit, den Absatz kontinuierlich auszubauen - und der Bekanntheit. Die Überraschung: deutsche Premiumautobauer wie Audi, BMW, Porsche und Mercedes landen dabei nur im Mittelfeld. "Deutsche Automobilhersteller sind zu langsam darin, die etablierten Marken mit neuen Geschäftsmodellen aufzuladen", erklärt Studienautor Jürgen Gietl.

Platz 10 - Festo - 66,4 Punkte
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Den Auftakt in die besten Zehn macht der schwäbische Automatisierungstechniker Festo. Weltweit hat das Unternehmen 17.800 Mitarbeiter und verfügt offenbar über ein großes Vertrauen bei Topmanagern, Einkäufern und Kunden. Nicht nur das "Bionic Kangaroo", das Festo auf der Hannover Messe 2014 präsentierte, dürfte damit in den kommenden Jahren große Sprünge machen.

Platz 9 - Siemens - 67,7 Punkte
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Der bestplatzierte Dax-Konzern im Ranking kommt aus München. Etwas überraschend, da Siemens turbulente Jahre hinter sich hat. Doch bei den Geschäftskunden schneidet Siemens weiterhin gut ab. "Siemens hat als erstes Technologieunternehmen überhaupt seine Marke systematisch entwickelt. Eine über so viele Jahre so stark aufgebaute Marke machen ein paar Managerverfehlungen so schnell nicht kaputt", erklärt Studienautor Gietl.

Platz 8 - B.Braun - 68,4 Punkte
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Der Medizintechnikherstellers B. Braun aus Melsungen scheint für seine Kunden unverzichtbar und erreicht hier Spitzenwerte. Dass die Hessen ihre Premiumpreise auch bei hohem Volumen durchsetzen können, spricht nach Ansicht der Studienautoren für ein zukunftssicheres Geschäft.

Platz 7 - Bosch - 68,5 Punkte
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Wenn Bosch einen neuen Forschungscampus eröffnet, dann kommt auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Besuch. Die Schwaben scheinen nach Ansicht der Brandtrust-Studie offenbar gut vorbereitet auf die Zukunft - vor allem weil der Zulieferer in etlichen Hochtechnologiebereichen führend ist.

Platz 6 - Kuka - 69 Punkte
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Roboter von Kuka sind nicht nur für Volkswagen nahezu unverzichtbar. Die Augsburger sind in etlichen Technologiesparten vertreten und gelten nach Ansicht der befragten Kunden und Einkäufer darum als besonders zukunftsfähige Marke.

Für das Gesamtjahr peilt der scheidende Konzernchef nach der Herausrechnung von Electrical Systems nur noch einen Umsatz von 930 bis 970 Millionen Euro an. Ursprünglich hatte er einen Anstieg auf 1,3 Milliarden Euro anvisiert, musste dem schwachen US-Geschäft aber Tribut zollen und die Prognose auf den Vorjahreswert von 1,2 Milliarden Euro herunterschrauben.

Vossloh-Großaktionär und Aufsichtsratschef Heinz-Hermann Thiele hatte den Vorstand dazu gedrängt, sich auf die Bahninfrastruktur zu fokussieren und den Bereich Transportation zu verkaufen, der neben dem Lok-Geschäft auch die Düsseldorfer Electrical Systems umfasst. Der spanische Teil wurde bereits abgestoßen. Für den Standort Kiel bemüht sich Schabert bis spätestens 2017 noch um Käufer oder um eine nicht mehr von Vossloh kontrollierte Partnerschaft.

Schabert, seinerzeit von Thiele in den Vorstand geholt, hatte bereits im Frühjahr angekündigt, seinen im März 2017 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Ab April wird ihm Deutsche Bahn-Manager Andreas Busemann im Amt folgen.

  • rtr
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