VW-Abgasaffäre
Grundsätzliche Einigung mit US-Behörden erzielt

Volkswagen hat sich in der Abgasaffäre offenbar mit den US-Behörden grundsätzlich geeinigt, wenngleich noch nicht in allen Details. VW muss sich auf einen massenhaften Rückkauf und Entschädigungszahlungen einstellen.

Washington/BerlinVolkswagen hat Insidern zufolge in der Abgasaffäre mit den US-Behörden eine grundsätzliche Einigung erzielt. Der Rahmen für ein solches Abkommen stehe, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Mittwoch. Es sei davon auszugehen, dass der deutsche Autobauer beim zuständigen US-Gericht an diesem Donnerstag als eine Option den Rückkauf von bis zu 500.000 manipulierten Dieselfahrzeugen mit 2,0-Liter-Motoren anbieten werde.

Womöglich werde er sich auch zu einer Reparatur bereiterklären, sofern die US-Aufseher dafür grünes Licht geben sollten. Die Zeitung „Die Welt“ berichtete unter Berufung auf Verhandlungskreise, dass noch nicht alle Details des Vergleichs geregelt seien. Fest stehe aber, dass jeder US-Halter eines VW-Modells, das mit einer beanstandeten Software ausgestattet sei, 5000 Dollar Entschädigung erhalten solle. Davon unabhängig müsse VW die Kosten für die Umrüstung des jeweiligen Autos tragen.

In den USA läuft an diesem Donnerstag eine vom Bezirksgericht in San Francisco gesetzte Frist aus, bis zu der sich Volkswagen mit den Behörden geeinigt haben muss. Der Konzern verhandelt seit Monaten mit der Umweltbehörde EPA und deren kalifornischem Pendant CARB über die Reparatur oder den Rückkauf von manipulierten Autos in den USA. Sollte ein Kompromiss scheitern, droht im Sommer ein Prozess. Volkswagen muss wegen des Dieselskandals Insidern zufolge in seiner Bilanz 2015 Belastungen von mindestens zehn Milliarden Euro verkraften. Der genaue Betrag hänge vom Ausgang der Gespräche mit den US-Behörden ab.

Eine Einigung wäre für VW ein wichtiger Schritt, denn dann könnte sich besser absehen lassen, wie viel Geld VW für den Skandal letztendlich insgesamt zur Seite legen muss. Die Berichte über ein Abkommen kamen nach Börsenschluss in Deutschland. In den USA gehandelte VW-Aktien tendierten mehr als fünf Prozent fester.

Die Zeitung berichtete, anders als zunächst erwartet werde mit der grundsätzlichen Einigung zwischen VW und dem US-Justizministerium sowie EPA und CARB kein detaillierter Plan zur Umrüstung der in den USA betroffenen Autos vorgelegt. Auch die Strafen und Wiedergutmachungsmaßnahmen seien nicht in allen Einzelheiten geregelt.

„Es handelt sich vielmehr um eine Art Eckpunktepapier, in dem die große Linie für die kommenden Monate festgelegt ist und an dem weitergearbeitet wird“, wird ein Prozessbeteiligter zitiert. Details würden demnach nach dem Gerichtstermin in San Francisco noch nicht mitgeteilt. Alle Beteiligten hätten Stillschweigen vereinbart. Ein VW-Sprecher lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Christopher Rother, der deutsche Partner des US-Anwalts Michael Hausfeld, sagte laut „Welt“, die Abmachungen für US-Kunden sollten zum Maßstab für Entschädigungen von deutschen VW-Besitzern gemacht werden. Die Kanzlei Hausfeld vertritt der Zeitung zufolge Kläger im Sammelprozess gegen Volkswagen in den USA.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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