VW-Abgasaffäre und die Folgen
Autohersteller wollen auf den Diesel nicht verzichten

Die Automobilhersteller verbreiten Optimismus. Trotz der Dieselaffäre verkaufen sich die Fahrzeuge deutscher Hersteller weltweit gut. Neue Tests sollen dafür sorgen, dass sich eine Affäre wie bei VW nicht wiederholt.

Düsseldorf/BerlinVon Dieselkrise keine Spur: Mehr als 800.000 neue Diesel-Pkw sind im ersten Halbjahr in Deutschland zugelassen worden. Für die deutschen Automobilhersteller ist das ein neuer Rekord, niemals zuvor wurden so viele Dieselmodelle verkauft. „Die Kunden sind weiterhin von den Vorteilen des modernen Diesel überzeugt“, sagte dazu am Montag in Berlin Matthias Wissmann, der Präsident des Verbandes der Automobilhersteller (VDA).

Nicht nur beim Diesel, sondern für die gesamte Produktpalette gibt sich Deutschlands oberster Branchenverband optimistisch. Auf den wichtigsten Automärkten der Welt sind die deutschen Hersteller gut unterwegs und müssen in diesem Jahr keine Einbußen befürchten. Der Automarkt in China wird nach Einschätzung des VDA 2016 etwa um acht Prozent zulegen, die Verkaufszahlen in den USA wachsen um ein Prozent. Auf dem für die deutschen Hersteller besonders wichtigen europäischen Automarkt geht es für die Branche ebenfalls voran, der Verband rechnet mit einem Plus von fünf Prozent. Unterstützung bekommt der VDA dabei von Experten. „Die Verkaufszahlen in Europa bleiben stark, angetrieben von Italien und Spanien“, meint Arndt Ellinghorst vom Investmentberater Evercore ISI in London.

„Der Blick auf die Automobilmärkte gibt – von Ausnahmen abgesehen – allen Grund zur Zuversicht“, betonte VDA-Präsident Wissmann. Überall gehe es nach oben, besonders dynamisch sei die Entwicklung in Westeuropa. Die deutschen Hersteller seien in der Lage dazu, die zu erwartenden Herausforderungen zu meistern.

Sehr zufrieden ist der Verband mit der Entwicklung auf dem Heimatmarkt. In den ersten sechs Monaten von 2016 sind in Deutschland mehr als 1,73 Millionen neue Pkw zugelassen worden. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Zuwachs von sieben Prozent. Mit einer ähnlichen Zuwachsrate dürfte es auch im zweiten Halbjahr weitergehen. Für Wissmann sind die Zulassungszahlen der Beweis dafür, „dass die Kunden weiterhin Vertrauen in die Automobilindustrie haben“.

Die gute Konjunktur besonders in Europa hat dazu geführt, dass die deutschen Automobilhersteller die Zahl ihrer Beschäftigten wieder erhöht haben. Bis einschließlich April zählte der Verband 801.100 Mitarbeiter in den Stammbelegschaften, 15.600 mehr als im Jahr zuvor. Der Umsatz erhöhte sich in den ersten vier Monaten um drei Prozent auf knapp 137 Milliarden Euro.

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