VW-Abgasskandal

Brasiliens Umweltbehörde fordert 12 Millionen Euro

Der Abgasskandal dürfte VW Milliarden kosten, schätzen Experten. Nun hat das erste Land eine Strafe gegen die Wolfsburger erlassen. Wegen manipulierter Werte fordert Brasilien rund 12 Millionen Euro – die Höchststrafe.
Der Skandal dürfte VW teuer zu stehen kommen. Die brasilianische Umweltbehörde macht den Anfang. Quelle: Reuters
Milliardenstrafen erwartet

Der Skandal dürfte VW teuer zu stehen kommen. Die brasilianische Umweltbehörde macht den Anfang.

(Foto: Reuters)

FrankfurtBrasilien hat als erstes Land eine Strafe gegen den Volkswagen Konzern in Zusammenhang mit der Affäre um manipulierte Abgaswerte verhängt. Umgerechnet rund 12 Millionen Euro muss das Unternehmen laut der dortigen Umweltbehörde Ibama zahlen, wurde am Donnerstag bekannt. Eine höhere Strafe kann in Brasilien laut Gesetz nicht verhängt werden.

Konkret geht es dabei um das Modell Amarok, einen Pickup, der auch hierzulande verkauft wird. Bei rund 17.000 Fahrzeugen muss dort jeweils eine neue Software aufgespielt werden, gab der Konzern im Oktober zu. Das solle in den kommenden Monaten geschehen. Insgesamt betreibt Volkswagen in Brasilien drei Fahrzeugwerke und eine Motorenfabrik mit 20.000 Beschäftigten.

Die Strafe in Brasilien dürfte den Auftakt für etliche weitere Bescheide bilden, die in nächster Zeit bei Volkswagen ankommen werden. Die Summe von zwölf Millionen Euro dürfte dabei eher zu den Strafen im unteren Bereich gehören. Bereits bei Bekanntwerden der Abgasaffäre hatte die US-Umweltbehörde EPA mit einer Strafe von 18 Milliarden Dollar gedroht. Hinzu kommen Hunderte von Strafprozessen, die Kunden und Investoren inzwischen gegen den Konzern anstreben. Bis hierbei alles aufgearbeitet ist, können nach Einschätzung von Experten Jahre vergehen.

Die lange Liste der Offenbarung
Porsche Cayenne Diesel mit 3,0 Liter-V6, Modelljahrgang 2015
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Für manche Nicht-Auto-Experten war es ja überraschend, dass Porsche überhaupt Diesel verkauft. Doch zumindest dieses Modell wird nach den neuesten Vorwürfen in der Abgas-Affäre nun in den USA nicht mehr verkauft. Dies sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, sagte ein Sprecher am 4. November 2015.

Wie die Konzernmutter VW hat Porsche die kürzlich von der US-Umweltbehörde EPA genannten Manipulationen auch größerer Diesel-Aggregate bislang nicht eingeräumt. Noch werden die Vorwürfe geprüft, wobei man mit der EPA kooperiert.

Porsche hat seit dem Jahresbeginn in den USA gut 12.000 Cayennes ausgeliefert, rund 3.000 davon hatten einen Dieselmotor. Die beanstandeten Motoren kommen von Audi.

Porsche Cayenne Diesel mit 3,0 Liter-V6, Modelljahrgang 2015
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Von den Ermittlungen der US-Umweltbehörde EPA sind rund 3.000 Dieselfahrzeuge des Sportwagenbauers Porsche betroffen, dies hat die VW-Tochter bestätigt. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um Diesel-Cayennes, die von Januar bis September in den USA ausgeliefert wurden. Das ist knapp ein Viertel aller 2015 in den Vereinigten Staaten an die Kunden übergebenen Cayennes.

Bisher sagte Porsche auf Fragen zu etwaigen Verwicklungen in den Abgasskandal, man habe damit nichts zu tun, auch weil es nur um Vierzylinder-Motoren gehe - so kleine Motoren habe man aber gar nicht im Sortiment.

Unter Verdacht: Ältere 3-Liter-Diesel
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Die US-Umweltschutzbehörde EPA teilte am 20. November mit, Vertreter von VW und Audi hätten erklärt, dass alle in den USA verkauften Autos mit Drei-Liter-Dieselmotoren der Modelljahre 2009 bis 2016 mit einer nicht zugelassenen Software-Funktion zur Abgaskontrolle ausgerüstet seien.

Bis zu diesem Zeitpunkt war nur von rund 10.000 Fahrzeugen der Modelljahre 2014 bis 2016 die Rede gewesen. Nach Angaben der EPA geht es nun um rund 75.000 zusätzliche Fahrzeuge aus den Jahren davor, also insgesamt 85.000 Autos.

Von den neuen Vorwürfen betroffen sind die Audi-Modelle A6, A7, Q5 und Q7 mit dem 3,0-Liter-TDI-Motor der Modelljahrgänge 2009 bis heute.

Angeblich betroffen: Volkswagen Touareg, 3.0 L Diesel V6
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. Die Motoren werden im VW Touareg (Modelljahrgang 2014) und Porsche Cayenne (Modelljahrgang 2015) sowie in größeren Audi-Modellen des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

Angeblich betroffen: Audi A8 und A8 Langversion
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Nach Porsche stoppten per Mitteilung vom 4. November auch Audi und Volkswagen den Verkauf von V6-TDI-Dieseln in den USA. Betroffen sind unter anderem die Audi-Modelle A6, A7 und A8 sowie die Geländewagen Q5 und Q7 mit TDI-Motor. Bei Volkswagen ist der VW-Touareg betroffen.

Die Marken reagieren damit auf den Vorwurf, auch bei dem großen Dieselmotor die Abgaswerte manipuliert zu haben. Der VW-Konzern bestreitet den Vorwurf, da es sich um ein gängiges und legales System zur Abgasregulierung handele, das der Konzern bei der Zulassung in den USA aber nicht angegeben habe.

Angeblich betroffen: Audi Q5
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. VW wies die Behauptung zurück. Die Motoren werden bei Audi im A6 quattro, A7 quattro, A8, A8L und Q5 des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

Betroffen: Audi A6 quattro
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. VW wies die Behauptung zurück. Die Motoren werden bei Audi im A6 quattro, A7 quattro, A8, A8L und Q5 des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

Das belastet auch die Aktie, die am Donnerstag gut ein Prozent auf knapp über 95 Euro verlor. Noch im Frühjahr war sie mehr als 250 Euro wert. Mit einer raschen Erholung rechnet niemand. Zumal nicht absehbar ist, ob nicht weitere Hiobsbotschaften drohen. Ingo Speich, redegewandter Fondsmanager bei der genossenschaftlichen Union Investment, sagte deshalb der „Financial Times“, die Wahl von Vorstandschef Matthias Müller und Aufsichtsratschef Hahns Dieter Pötsch hätte das Vertrauen in Unternehmenswerte beschädigt. „Es wäre wohl besser, frische Leute in Vorstand und Aufsichtsrat zu haben, um Vertrauen von den Kapitalmärkten zurück zu gewinnen“, so Speich wörtlich.

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