VW-Abgasskandal US-Kläger nehmen Bosch ins Visier

Bosch verstrickt sich immer tiefer in den VW-Dieselskandal. In den USA schreiben Kläger dem Zulieferer eine Schlüsselrolle zu: Bosch soll Volkswagen bei der Manipulation und der Vertuschung unterstützt haben.
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Der deutsche Zulieferer verstrickt sich immer stärker in den Abgasskandal. Quelle: dpa
Schatten über Bosch

Der deutsche Zulieferer verstrickt sich immer stärker in den Abgasskandal.

(Foto: dpa)

San FranciscoDer deutsche Autozulieferer Robert Bosch rückt in der gerichtlichen Auseinandersetzung um den Volkswagen-Dieselskandal zunehmend in den Vordergrund. Bosch hat nach Vortrag von Anwälten, die VW-Fahrzeugbesitzer vertreten, bei der Entwicklung betrügerischer Motorensoftware von Volkswagen seit den späten 1990er-Jahren eine Schlüsselrolle gespielt. Damit werden die Vorwürfe im Verfahren um den Dieselabgasskandal beim größten europäischen Autohersteller in den USA auf einen der wichtigsten Zulieferer aus Deutschland ausgeweitet.

Nach Aussage der klagenden Anwälte hat sich Bosch als aktiver Teilnehmer an einem massiven und über zehn Jahre laufenden Betrug aktiv beteiligt. Bosch war bereits im Verfahren um einen milliardenschweren Rückkauf für Dieselfahrzeuge in den USA als Beschuldigter behandelt worden.

Es lägen den Fahrzeugbesitzern Beweise vor, die eine Beteiligung von Bosch sowohl bei der Entwicklung der Software wie beim Versuch einer Verschleierung vor den Ermittlungen der US-Behörden ergeben hätten, geht aus einem am Dienstag (Ortszeit) in San Francisco dem Gericht vorgelegten Schriftsatz hervor.

Bosch-Anwalt Matthew Slater wollte sich auf Nachfrage am Mittwoch zum Thema nicht äußern. Ein Bosch-Sprecher lehnte ebenfalls einen Kommentar ab und bestätigte lediglich, dass die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten bei Bosch unverändert bei 650 Millionen Euro lägen.

Das sind die größten Autozulieferer
Platz 14: Valeo
1 von 14

14,5 Milliarden Euro erwirtschaftete der französische Autozulieferer im vergangenen Jahr. Das Unternehmen wirbt unter anderem damit, dass jedes dritte Auto in Europa mit einer Valeo-Kupplung fährt.

Quelle: Berylls Strategy Advisors

Platz 13: Goodyear
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Der US-Konzern ist der weltweit drittgrößte Reifenhersteller und kam 2015 auf einen Umsatz von 15 Milliarden Euro.

Platz 12: Lear Corporation
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Der amerikanische Zulieferer stattet vor allem das Innenleben der Autos aus, unter anderem mit Sitzgarnituren. Mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro kommt Lear auf Rang zwölf.

Platz 11: Faurecia
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Der französische Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile. Die weltweit fast 100.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr 20,7 Milliarden Euro.

Platz 10: Michelin
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Der traditionsreiche französische Reifenhersteller kam 2015 auf einen Umsatz von 21,2 Milliarden Euro.

Platz 9: Johnson Controls
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Eine Batterie steht im Werk Johnson Controls in Hannover auf einem Produktionsband. Der Mischkonzern produziert und vertreibt Innenausstattungen und Elektroniksysteme vieler Autohersteller. Umsatz: 23,9 Milliarden Euro.

Platz 8: Bridgestone/Firestone
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Das japanische Unternehmen ist vor allem für seine Reifen bekannt. Im Jahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 24,1 Milliarden Euro.

Die „scharfsinnig konzipierte Betrugsvorrichtung“ sei ausgestattet mit Software aus dem Hause Bosch, hieß es in der neuen Vorlage. Überdies habe sich Bosch in den USA am Marketing der als „Clean Diesel“-Technologie bezeichneten Offensive von Volkswagen beteiligt und sich bei Entscheidungsträgern in den USA für eine Typengenehmigung der betreffenden Dieselfahrzeuge eingesetzt.

VW-Manager in Südkorea vernommen
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11 Kommentare zu "VW-Abgasskandal: US-Kläger nehmen Bosch ins Visier"

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  • Ralph S.17.08.2016, 15:55 Uhr
    Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.


    HAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA


  • Schon klar, TTIP kommt schneller als ein Friedensvertrag für D.

    Vor Gericht kommt das was Geld und Vorteile bringt. Wieso ist Frau Clinton noch frei? Donald würde ja endlich Ordnung nach D bringen, noch besteht Hoffnung...

    Dieses blöde Sommerloch....

  • Rainer von Horn@
    Kienspan-Motoren zum Sackhüpfen wäre eine Alternative, gefördert durch die Alternativlosen.

  • @Toni Ebert, 13.54.

    Nicht Land, Wirtschaftsgebiet!

  • Injektoren für Dieselmotoren halte ich schon sehr lange für mindestens genauso gefährlich, wie die Brennstäbe von Atomkraftwerken. Mindestens!

    Wie kann Bosch nur so einen Kram bauen? Bosch sollte sich ein tragfähiges Geschäftsmodell suchen, wie z.B. die Elektroniksteuerungen für Pedelecs. Damit gäbs in den USA bestimmt keine Probleme.



    :o

  • franz meersdonk18.08.2016, 13:01 Uhr
    Wie eingeschränkt ist eigentlich unsere hohe Poltik und setzt sich nicht längst für ein Ende des Treibens ein?
    >>>>>>>>>>>>>>>

    sie wissen aber schon, dass wir noch immer im offenen WK-II leben?
    Regiert nach SHEF in einem ami-Land, was sich BRD nennt.

    Aber was NICHT das Deutsche Reich abgelöst hat.

    Was also erwarten sie von den Angestellten der Alliierten Siegermächte, die NICHT vom Deutschen Volk in freier und geheimer Wahl nach einer Deutschen Verfassung gewählt wurden?

  • Herr Thomas Behrends18.08.2016, 13:25 Uhr
    Wenn man sich die amerikanischen Dreckschleudern von Chrysler, GM und Ford ansieht, kann man kaum glauben, dass die US-Justiz nicht auch bereits Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen Umweltgesetze eingeleitet hat.
    ------------------------------------

    nunja, GM hat derzeit nicht einmal 200 Menschen geopfert, weil sie beim Zündschloss gespart haben. Das ist aber vertretbar, denn ein paar Tote sind nicht so schlimm für Amiland.

    Auch nicht, wenn Tesla Menschen umbringt.

    Schlimm ist, wenn kein Mensch zu Schaden kommt, dann werden x-zig Milliarden Klagen eingereicht.

  • Wenn man sich die amerikanischen Dreckschleudern von Chrysler, GM und Ford ansieht, kann man kaum glauben, dass die US-Justiz nicht auch bereits Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen Umweltgesetze eingeleitet hat.

    Aber dabei handelt es sich ja um die Industrie, die sich gerade so eben aus dem Sumpf der Insolvenz befreit hat. Da macht man natürlich nichts.

    Viel besser ist es da gegen ausländische Unternehmen wie VW vorzugehen ...

  • achja die USA...wie ich es liebe...maßlose Spionage, Reinreiten in diverse Kriege, TTIP.. und dann sich die dt. Unternehmen vorknöpfen. Dank der CDU A****kriecher kein Problem.

    Aber unserer Regierung ist das egal, unsere Unternehmen zahlen ordentlich Steuern...aber wenn mal Hilfe von höherer Stelle benötigt wird weg sehen.
    Nun denn ich hoffe einfach das die Zeit bis zur Wahl schnell rum geht...

  • Zweierlei Maß. Amerikanische Behörden machen uns fertig, während die großen Datenkraken hier ungehindert agieren dürfen.

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