VW-Abgasskandal
US-Kläger nehmen Bosch ins Visier

Bosch verstrickt sich immer tiefer in den VW-Dieselskandal. In den USA schreiben Kläger dem Zulieferer eine Schlüsselrolle zu: Bosch soll Volkswagen bei der Manipulation und der Vertuschung unterstützt haben.
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San FranciscoDer deutsche Autozulieferer Robert Bosch rückt in der gerichtlichen Auseinandersetzung um den Volkswagen-Dieselskandal zunehmend in den Vordergrund. Bosch hat nach Vortrag von Anwälten, die VW-Fahrzeugbesitzer vertreten, bei der Entwicklung betrügerischer Motorensoftware von Volkswagen seit den späten 1990er-Jahren eine Schlüsselrolle gespielt. Damit werden die Vorwürfe im Verfahren um den Dieselabgasskandal beim größten europäischen Autohersteller in den USA auf einen der wichtigsten Zulieferer aus Deutschland ausgeweitet.

Nach Aussage der klagenden Anwälte hat sich Bosch als aktiver Teilnehmer an einem massiven und über zehn Jahre laufenden Betrug aktiv beteiligt. Bosch war bereits im Verfahren um einen milliardenschweren Rückkauf für Dieselfahrzeuge in den USA als Beschuldigter behandelt worden.

Es lägen den Fahrzeugbesitzern Beweise vor, die eine Beteiligung von Bosch sowohl bei der Entwicklung der Software wie beim Versuch einer Verschleierung vor den Ermittlungen der US-Behörden ergeben hätten, geht aus einem am Dienstag (Ortszeit) in San Francisco dem Gericht vorgelegten Schriftsatz hervor.

Bosch-Anwalt Matthew Slater wollte sich auf Nachfrage am Mittwoch zum Thema nicht äußern. Ein Bosch-Sprecher lehnte ebenfalls einen Kommentar ab und bestätigte lediglich, dass die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten bei Bosch unverändert bei 650 Millionen Euro lägen.

Die „scharfsinnig konzipierte Betrugsvorrichtung“ sei ausgestattet mit Software aus dem Hause Bosch, hieß es in der neuen Vorlage. Überdies habe sich Bosch in den USA am Marketing der als „Clean Diesel“-Technologie bezeichneten Offensive von Volkswagen beteiligt und sich bei Entscheidungsträgern in den USA für eine Typengenehmigung der betreffenden Dieselfahrzeuge eingesetzt.

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  • Ralph S.17.08.2016, 15:55 Uhr
    Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.


    HAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA


  • Schon klar, TTIP kommt schneller als ein Friedensvertrag für D.

    Vor Gericht kommt das was Geld und Vorteile bringt. Wieso ist Frau Clinton noch frei? Donald würde ja endlich Ordnung nach D bringen, noch besteht Hoffnung...

    Dieses blöde Sommerloch....

  • Rainer von Horn@
    Kienspan-Motoren zum Sackhüpfen wäre eine Alternative, gefördert durch die Alternativlosen.

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