VW auf der CES: Ein Hauch von Zukunft über dem Dieseldunst

VW auf der CES
Ein Hauch von Zukunft über dem Dieseldunst

In Las Vegas entwerfen die Autohersteller Visionen zur Zukunft der Mobilität. Das gilt auch für VW, die einen E-Bulli vorstellen. Doch Markenchef Herbert Diess kann auf der CES die Vergangenheit nicht ganz ausblenden.
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Las VegasNicht drüber reden – das geht natürlich nicht. Also erledigt Herbert Diess die unangenehme Aufgabe gleich zu Anfang. Die „Angelegenheit mit den Dieselmotoren“ sei nichts, auf das man stolz sei, sagt der Markenchef von Volkswagen. „Wir haben die Kunden und das amerikanische Volk enttäuscht und entschuldigen uns dafür“, liest er vom Teleprompter ab.

Hunderte von Zuschauern schauen ihm schweigend aus dem Halbdunkel des Theatersaals entgegen. Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas, wo er eine der Eröffnungsreden hält, ist man so viel Demut nicht gewohnt. Doch Diess ist an diesem Dienstagabend nicht gekommen, um über manipulierte Motoren und Ärger mit amerikanischen Behörden zu sprechen.

Auf der Technikshow in Las Vegas entwerfen die Autohersteller Jahr für Jahr ambitioniertere Visionen, wie sie sich die Zukunft der Mobilität vorstellen. Deshalb kann Diess nach dreieinhalb Minuten das lästige Thema hinter sich lassen und versprechen: „Wir erschaffen eine bessere Firma, ein neues Volkswagen.“ Kurz darauf rollt der vollelektrische Bulli Budd-e auf die Bühne. Und im Publikum jubeln etliche.

Es ist ein Auftritt, über den sie sich viele Gedanken gemacht haben in Wolfsburg. Der Dieselskandal ist nicht ausgestanden, erst diese Woche hat das US-Justizministerium den Autohersteller wegen Verstößen gegen das Umweltrecht verklagt. Gleichzeitig ist das Geschäft zwischen San Francisco und New York eingebrochen.

Zwischenzeitlich habe man überlegt, die Keynote abzusagen, lässt Diess durchblicken. Andererseits kann der Konzern positive Presse gebrauchen. Etwa über einen Bulli, der ohne Dieseldunst fährt, womöglich sogar zu den Stränden in Kalifornien, wo der Urahn des Modells als Legende gilt.

Was da auf die Bühne rollt, wirkt für die meisten Autofahrer tatsächlich wie aus der Zukunft hergebeamt. Im Kühlergrill leuchten die LEDs blau, eine Geste lässt die Seitentür aufschweben. „Türgriffe sind so 2016“, witzelt Diess – jetzt macht ihm der Auftritt Spaß.

Als rollender Computer lässt sich der Bulli mit dem vernetzten Zuhause verbinden: Aus dem Cockpit heraus schaut Diess, was in seinem Kühlschrank ist und wer vor seiner Haustür steht. Noch bedeutender als diese Spielereien aber: Die Akkus sollen 375 Kilometer durchhalten.

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Ein Smartphone auf Rädern

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  • Zitat USA-VW-Markenchef Herbert Diess:
    „Wir haben die Kunden und das amerikanische Volk enttäuscht und entschuldigen uns dafür“, liest er vom Teleprompter ab.

    Das ist falsch und unvollständig, was Diess da von sich gibt.
    VW hat massiv betrogen und ganz überwiegend außerhalb der USA.

    Aber es macht einmal mehr deutlich, dass VW nur Amerika interessiert.

    Man kann nur wünschen, dass diesem arroganten Konzern, der deutsche Politiker am Nasenring herumzerrt und die Kunden außerhalb Amerikas derart verhöhnt, auf das härteste in den USA bestraft wird. Interessant, dass dies Schutzengel der liberalen Kräfte in diesem Forum kein Wort darüber verlieren. Wird doch sonst immer jedes Wort in Waagschale geworfen! VW scheint bei der deutschen Bevölkerung einen Persilschein für den Betrug und seine Folgen zu haben. Dobrindts Lethargie spiegelt die der Deutschen signifikant wider!

  • Jo, so ungefähr kann man sich das vorstellen, Herr Spiegel. Ein BMWi3 verbraucht z.B. zwischen 20,6 und 33,6 KWh. Und im Winter sackt die Reichweite deutlich ab, teilweise auf die Hälfte der maximal theortisch erreichbaren.

    http://sedl.at/Elektroauto/Verbrauch

  • Wenn alle so sinnlos Geld verbrennen wie Deutschland, dann ist der Weltuntergang vorprogrammiert.
    <<<<<<<

    ruhig Blut, kein Stress.

    Fehlende Bildung kann man heilen .

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