VW-Aufsichtrat tagt am Montag
Mitarbeiter stehen zu Piëch

Mit dem Einstieg Porsches bei Volkswagen wächst der Druck auf Ferdinand Piëch, seinen Chefsessel im VW-Aufsichtsrat zu räumen. Sogar von Rebellion war die Rede. Doch Piëch hat mächtige Verbündete.

HB FRANKFURT. „Die Arbeitnehmerseite hat überhaupt keine Veranlassung, einen Putsch mitzumachen“, sagte IG-Metall-Chef Peters am Freitag. Peters ist stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von VW. Peters machte zudem deutlich, dass er von möglichen Plänen, Piëch aus dem Amt als Aufsichtsratsvorsitzenden zu drängen, nichts wisse. „Wer so vermessen ist, so etwas in die Welt zu setzen, der verfolgt offenbar ganz andere Ziele“, fügte er hinzu. Die „Financial Times Deutschland“ schreibt in ihrer Freitgsausgabe, Mitglieder im VW-Aufsichtsrat wollten am Montag versuchen, Piëch aus dem Amt zu drängen. Neben den beiden Vertretern Niedersachsens - darunter Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) - würden wahrscheinlich fünf Mitglieder der Kapitalseite gegen Piëch rebellieren, berichtete das Blatt unter Berufung auf ein Mitglied des Aufsichtsrats und eine Person aus dem Umfeld des Gremiums. Dass hieße, Piëch hätte nur noch zwei Aufsichtsräte der Kapitalseite hinter sich. Eine Entlassung Piëchs ist allerdings ohnehin nicht möglich - das kann nur die VW-Hauptversammlung.

Grund für die Ablehung Piëchs sei, so meldet die Zeitung, dass der Sportwagenbauer de facto die Kontrolle über VW erhalten würde, wenn Porsche-Miteigner und -Aufsichtsrat Piëch an der Spitze des VW-Gremiums bleibe. Der Aufsichtsrats-Chef besitzt zwei Stimmen. „Wir werden VW nicht beherrschen“, hatte hingegen ein Porsche-Sprecher am Donnerstag bekräftigt. Er reagierte damit auf entsprechende Börsenspekulationen. Der Sportwagenbauer hält inzwischen fast 19 Prozent der Anteile an VW und beansprucht zwei Aufsichtsratsmandate. Das Land Niedersachsen als bislang größter Eigner mit gut 18 Prozent der Anteile ist bereits mit zwei Vertretern im Aufsichtsrat vertreten.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa-AFX hält Porsche einen Plan in der Hinterhand, um die Bedenken gegen Piëch zu zerstreuen. Demnach könnte Piëch sein Mandat bis 2007 bei VW erfüllen und den VW-Aufsichtsratschefposten dann an Porsche-Chef Wiedeking übergeben, war aus dem Umfeld des Stuttgarter Sportwagenbauers zu hören. Am Markt war bereits in den vergangenen Tagen vermutet worden, Wiedeking könnte mittelfristig Piëch beerben.

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