VW-Aufsichtsrat tagte zum Porsche-Einstieg
„Piëch-Putsch“ war „Sturm im Wasserglas“

Der VW-Aufsichtsrat tagte am Montag in Wolfsburg. Alle Teilnehmber hätten das Engagement von Porsche begrüßt, verlautete aus Teilnehmerkreisen. Die Ablösung von Chefaufseher Ferdinand Piëch stand nicht zur Debatte.

HB WOLFSBURG. „Der Aufsichtsrat hat nicht abgestimmt“, sagte der stellvertretende Aufsichtsratschef und IG-Metall-Chef Jürgen Peters in Wolfsburg nach der Sondersitzung. In der drei Stunden dauernden Sitzung des Kontrollgremiums sei allerdings kontrovers über Piëchs Doppelfunktion als Aufsichtsratschef und Miteigentümer von Porsche diskutiert worden. In einem Rechtsgutachten seien auch mögliche Interessenkonflikte Piechs angesprochen worden. Piëch habe dagegen argumentiert. Die Debatten im Vorfeld hätten sich als „Sturm im Wasserglas“ erwiesen, verlautete aus dem Umfeld der Aufsichtsratssitzung.

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), der zu den heftigsten Kritikern von Piëchs Doppelrolle gehört, sagte vor Beginn der Sitzung, das Thema müsse besprochen werden, einen Beschluss erwarte er aber am Montag nicht. Wulff bekräftigte seine Auffassung, dass er einen Interessenkonflikt bei Piëch sieht, der als Großaktionär auch bei Porsche im Aufsichtsrat sitzt. VW brauche einen Aufsichtsrat, der die Interessen des Konzerns vertritt, und die seien nicht zwangsläufig die gleichen wie die von Porsche.

Ein „Putsch“ gegen Piëch, der in den vergangenen Tagen im Mittelpunkt zahlreicher Gerüchte stand, gilt als weitgehend chancenlos, weil sich die Arbeitnehmerseite hinter den Chefaufseher gestellt hat. Auch der neue Betriebsratsvorsitzende von VW, Bernd Osterloh, sagte bei einem Treffen mit Wulff in Wolfsburg: „Wir haben ja in den letzten Jahren gute Erfahrungen mit ihm gemacht.“

Wulff repräsentiert im VW-Aufsichtsrat das Land Niedersachsen, das 18,2 Prozent an Volkswagen hält und vor dem Porsche-Einstieg größter Einzelaktionär war. Porsche hat sich inzwischen mehr als 18,5 Prozent gesichert.

VW-Chef Bernd Pischetsrieder will sich am Dienstag über die künftige Zusammenarbeit mit dem Sportwagenbauer Porsche äußern. Um 12 Uhr ist eine Telefonkonferenz mit Analysten angesetzt.

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