VW-Beteiligung
Dudenhöffer hält Porsche-Geld für gut investiert

Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen, hätte eine Investition in andere Projekte wie zum Beispiel eine fünfte Baureihe für unsinnig gehalten. Auch zu Spekulationen um Insidervorwürfe im Vorfeld der Transaktion hat er seine eigene Meinung.

DÜSSELDORF. „Insgesamt hat Porsche mindestens drei Milliarden Euro in Wertpapieren und Umlaufvermögen geparkt“, analysiert Dudenhöffer die Situation des Sportwagenbauers. Dieses Geld für den Kauf von VW-Aktien zu verwenden, hält er für ein sinnvolles Investment: „Jetzt irgendein beliebiges Projekt mit dem Geld zu starten, wäre unsinnig.“

Etwa ein drittel des Porsche-Geschäfts hängt schon jetzt mit VW zusammen. Die Konzerne kooperieren zum Beispiel bei den Geländewagen Touareg und Cayenne. Der Einstieg bei VW bietet Porsche also vor allem die Sicherheit, dass ein wichtiger Partner besser vor Übernahmen geschützt ist. Nach dem Kauf halten Porsche, das Land Niedersachsen und Volkswagen selbst zusammen über 50 Prozent der Aktien und könnten jeden Übernahmeversuch abwehren.

Auch personell sind die Konzerne eng verbunden: Die Familie des VW-Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piech hält etwa ein drittel der Porsche-Stammaktien, der Rest ist im Besitz der Familie Porsche. Dudenhöffer schätzt, dass vor allem Piech den Deal eingefädelt habe: „Das Engagement ist gut für Porsche, aber besonders gut für die Familien Piech und Porsche.“

Anders als der Auto-Experte reagieren Analysten vorwiegend negativ auf die Ankündigung. Zwar sei es für Porsche wichtig, die Kooperation mit VW zu stabilisieren, jedoch wäre das mit drei Milliarden zu teuer bezahlt. Vor allem die Aktionäre seien ungehalten, weil sie nun auf längere Zeit keine Ausschüttung von Barmitteln mehr erwarten könnten. Außerdem reichten die Liquiditätsreserven von Porsche nun nicht mehr aus, um ein neues Modell aus eigener Tasche zu finanzieren.

Spekulationen über einen Insiderhandel an der Börse im Vorfeld der Ankündigung tritt Dudenhöffer entgegen. Zwar seien in der Woche vor der Ankündigung ungewöhnlich viele VW-Aktien aufgekauft worden, dahinter stecke aber sehr wahrscheinlich Porsche selbst. „Ich glaube, dass die Banken bereits für Porsche eingekauft haben. So konnten sie den steigenden Preisen nach der Ankündigung zuvorkommen.“

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