VW Betriebsrat
Schwellenländer-Auto in zwei Jahren

Der Betriebsratschef von Volkswagen, Bernd Osterloh, fordert ein günstiges Einstiegsauto für die Schwellenländer. Dazu müsste sein Unternehmen aufs Tempo drücken.
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DüsseldorfAngesichts des Absatzeinbruchs in Europa macht sich Volkswagens Betriebsratschef und Aufsichtsrat Bernd Osterloh konkrete Gedanken um weitere Wachstumsregionen für die Wolfsburger. „Volkswagen muss noch intensiver als bisher neue Märkte wie beispielsweise Südostasien oder Afrika erschließen“, sagte Osterloh, der dem Präsidium des Kontrollgremiums angehört, dem Handelsblatt.

Für eine solche Offensive benötigt Europas größter Autobauer aus Sicht des Betriebsratschefs aber geeignete Modelle wie einen robusten Pickup. „Und wir brauchen für die Schwellenländer ein günstiges Auto unterhalb des VW Up, das zwischen 5000 und 10 000 Euro kostet“, sagte Osterloh dem Handelsblatt.

Noch sind die Details nicht geklärt. „Ob wir so ein Auto dann als VW vermarkten, muss man sehen“, so der VW-Aufsichtsrat. Ein formaler Beschluss steht aus. Doch Osterloh drückt mächtig auf das Tempo, will auf bereits eingesetzte Komponenten anderer Modelle des Konzerns zurückgreifen. „Jedenfalls müssen wir dazu das Rad nicht neu erfinden“, sagt er mit Blick auf die Entwicklung eines günstigen Einstiegsauto. Seine Zielvorgabe ist extrem ehrgeizig: „Wenn wir uns anstrengen, kann ein solches Modell in zwei Jahren fertig sein.“

Damit erhöht Osterloh intern den Druck. Nach der gescheiterten Zusammenarbeit mit Suzuki, dem japanischen Spezialisten für Kleinwagen, an dem VW 20 Prozent hält und der wichtige Komponenten zu einem günstigen Einstiegsauto beisteuern sollte, betraute Konzernchef Martin Winterkorn eine Gruppe unter Leitung des ehemaligen Opel-Chefs Hans Demant mit dem Projekt eines „Budget Cars“ für die Schwellenländer. Bis zum Ende des Jahres soll sie dem Vorstand ein schlüssiges Konzept vorstellen.

Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur

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