Der Streit zwischen Volkswagens Betriebsrat und dem Porsche-Vorstand um die Mitbestimmung in der Porsche-Holding geht in die nächste Runde. Volkswagens Betriebsratschef Bernd Osterloh kündigte an, seinen Widerstand gegen die Porsche-Vorschläge beizubehalten.
DÜSSELDORF."Wir machen weiter", sagte Osterloh dem Handelsblatt, "was soll ich denn meinen Kollegen sagen? War alles Quatsch?!" Die Stimmung sei inzwischen spürbar erhitzt. "Die Kollegen haben mittlerweile Angst, vor Porsche
und auch vor Herrn Wiedeking", sagte Osterloh.
Derzeit reden die Streithähne nicht einmal miteinander. "Ich würde sofort mit Herrn Wiedeking über die Details sprechen. Aber der Vorstandsvorsitzende von Porsche
redet nicht mit mir", sagte Osterloh. "Vielleicht kommt er mal zu einer Aufsichtsratssitzung eine Stunde früher, dann könnten wir reden. Das habe ich ihm schon vor sechs Wochen angeboten. Offenbar hat er wichtigere Termine." Porsche
verweist darauf, der letzte Termin für ein Treffen Ende Janaur sei aus Wolfsburg abgesagt worden.
Einigen die beiden Streitparteien sich nicht, gilt erst einmal der Vertrag, den Porsches
Betriebsrat mit dem Vorstand geschlossen hat. Der sieht trotz der Größenunterschiede die gleiche Zahl an Sitzen für die Arbeitnehmervertreter von VW
und Porsche
im Aufsichtsrat der Porsche
-Holding
vor. "Wir werden das aber rechtlich voll durchziehen, durch alle Instanzen", kündigte Osterloh an. "Das kann dann allerdings ein paar Jahre dauern." Der nächste Termin vor dem Arbeitsgericht Ludwigsburg ist für den 29. April angesetzt.
Porsche
Den Streit im Volkswagen
-Aufsichtsrat
am Freitag vor einer Woche wollte Osterloh nicht kommentieren. Angeblich habe er der Bilanz 2007 nur zustimmen wollen, wenn das Kontrollgremium eine Abhängigkeitserklärung von Großaktionär Porsche
abgebe. Piëch als Chefkontrolleur soll das Unterfangen mit seiner doppelten Stimme abgebogen haben. Inhaltlich bleibt Osterloh bei seiner Position: "Volkswagen ist schon jetzt von Porsche
abhängig. Wir haben ein Gutachten, das uns darin bestärkt."

