VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh
„Ohne Industrie kann Deutschland nicht existieren“

Die aktuelle Euro-Politik macht Bernd Osterloh wütend. Immer wieder werde versucht, der Industrie Steine in den Weg zu legen. Der VW-Betriebsratschef über seinen Politikverdruss, weitere Übernahmen und mehr Weiblichkeit.
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Der einflussreiche Betriebsratschef des größten europäischen Autobauers Volkswagen spricht sich gegen weitere Zukäufe in absehbarer Zeit aus. "Wir sind jetzt zwölf Marken und müssen den Konzern erst einmal stabilisieren", sagte Bernd Osterloh dem Handelsblatt.

Das gilt insbesondere für den staatlichen Autobauer Proton aus Malaysia, an dem Volkswagen Branchenkreisen zufolge interessiert sein soll. Hintergrund: Die Niedersachsen verkaufen in der Wachstumsregion Südostasien deutlich weniger Autos als der japanische Weltmarktführer Toyota.

Osterloh ist gegen einen solchen Deal. "So wichtig weitere Vertriebs- und damit Produktionsstätten in Südostasien sind: Für einen Kauf von Proton in Malaysia gibt es keine Unterstützung der Arbeitnehmerseite", sagt der Betriebsratschef. Malaysia sei nicht wie Ducati in Norditalien wenige Hundert Kilometer von Audi in Ingolstadt entfernt. Volkswagens Premiumtochter Audi hatte im April den Motorradproduzenten Ducati gekauft.

Bereits Ende 2011 hatte VW den Münchener Lkw-Hersteller MAN übernommen. Zuletzt integrierte der Konzern den Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche.

Branchenkenner warnen vor der zunehmenden Komplexität des schnell wachsenden Wolfsburger Autokonglomerats. Der Konzern umfasst von Audi über Porsche bis hin zu Skoda zwölf Töchter unter einem Dach. Fast 520 000 Beschäftigte produzieren in fast 100 Werken weltweit pro Arbeitstag mehr als 34 000 Fahrzeuge.

Autoprofessor Stefan Bratzel zufolge dürfte Volkswagen in diesem Jahr 8,9 Millionen Fahrzeuge verkaufen. Vergangenes Jahr waren es knapp 8,4 Millionen. Vor fünf Jahren verkaufte Europas größter Autobauer erst 6,2 Millionen Fahrzeuge.

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Kontrollgremium soll weiblicher werden

Kommentare zu " VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh: „Ohne Industrie kann Deutschland nicht existieren“"

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  • durch den geringen eurokurs verdient vw doch kräftig. die deutschen autos sind doch in den bric staaten voll billig im moment. der osterloh sollte lieber mal die vetternwirtschaft bei vw eindämmen. für nen teilverstaatliches unternehmen ist das unakzeptabel

  • Super, wenn wir nur solche Kommentatoren haben, müssen wir uns nicht wundern, dass in DLD so viele Leute vom Staat profitieren wollen - zu dumm zum Nachdenken, zu faul zum Arbeiten und zu intelligent zum Selbermachen.
    Vofür zahle ich eigentlich Steuern und Sozialabgaben ??? Für so Schwachköpfe - die gehören alle nach Griechenland geschickt - wer nicht arbeitet kriegt auch keine Kohle.
    Aber es ist wenigstens im Sommer schön warm, na gut im Winter ist nicht alles eitel Sonnenschein, aber was schert es mich.

  • Guten Morgen, Herr Osterloh! Auch schon bemerkt, daß wir mitten in Morgenthauplan 2.0 sind?

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