Industrie

_

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh: „Ohne Industrie kann Deutschland nicht existieren“

Die aktuelle Euro-Politik macht Bernd Osterloh wütend. Immer wieder werde versucht, der Industrie Steine in den Weg zu legen. Der VW-Betriebsratschef über seinen Politikverdruss, weitere Übernahmen und mehr Weiblichkeit.

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh: „Unser industrielles Profil macht uns einzigartig.“ Quelle: dapd
VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh: „Unser industrielles Profil macht uns einzigartig.“ Quelle: dapd

Der einflussreiche Betriebsratschef des größten europäischen Autobauers Volkswagen spricht sich gegen weitere Zukäufe in absehbarer Zeit aus. "Wir sind jetzt zwölf Marken und müssen den Konzern erst einmal stabilisieren", sagte Bernd Osterloh dem Handelsblatt.

Anzeige

Das gilt insbesondere für den staatlichen Autobauer Proton aus Malaysia, an dem Volkswagen Branchenkreisen zufolge interessiert sein soll. Hintergrund: Die Niedersachsen verkaufen in der Wachstumsregion Südostasien deutlich weniger Autos als der japanische Weltmarktführer Toyota.

Expansionskurs

  • Ziel

    Volkswagen profitiert besonders von der starken Position in China. Die Pläne der Wolfsburger sind ehrgeizig: Chefaufseher Ferdinand Piëch will das Unternehmen mit Zukäufen zum führenden Mobilitätskonzern ausbauen.

  • Start

    Am Montag enden die Werksferien für die Beschäftigten. In Wolfsburg und Chemnitz fährt Volkswagen die Produktion des neuen Golf hoch. Der Start der siebten Generation des wichtigsten Modells entscheidet wesentlich darüber, ob der Autobauer trotz Nachfrageflaute in Europa weiter auf Wachstumskurs bleibt.

Osterloh ist gegen einen solchen Deal. "So wichtig weitere Vertriebs- und damit Produktionsstätten in Südostasien sind: Für einen Kauf von Proton in Malaysia gibt es keine Unterstützung der Arbeitnehmerseite", sagt der Betriebsratschef. Malaysia sei nicht wie Ducati in Norditalien wenige Hundert Kilometer von Audi in Ingolstadt entfernt. Volkswagens Premiumtochter Audi hatte im April den Motorradproduzenten Ducati gekauft.

Bereits Ende 2011 hatte VW den Münchener Lkw-Hersteller MAN übernommen. Zuletzt integrierte der Konzern den Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche.

Modellübersicht Das hat VW im Programm

  • Modellübersicht: Das hat VW im Programm
  • Modellübersicht: Das hat VW im Programm
  • Modellübersicht: Das hat VW im Programm
  • Modellübersicht: Das hat VW im Programm

Branchenkenner warnen vor der zunehmenden Komplexität des schnell wachsenden Wolfsburger Autokonglomerats. Der Konzern umfasst von Audi über Porsche bis hin zu Skoda zwölf Töchter unter einem Dach. Fast 520 000 Beschäftigte produzieren in fast 100 Werken weltweit pro Arbeitstag mehr als 34 000 Fahrzeuge.

Autoprofessor Stefan Bratzel zufolge dürfte Volkswagen in diesem Jahr 8,9 Millionen Fahrzeuge verkaufen. Vergangenes Jahr waren es knapp 8,4 Millionen. Vor fünf Jahren verkaufte Europas größter Autobauer erst 6,2 Millionen Fahrzeuge.

  • 20.08.2012, 21:37 Uhrgast

    durch den geringen eurokurs verdient vw doch kräftig. die deutschen autos sind doch in den bric staaten voll billig im moment. der osterloh sollte lieber mal die vetternwirtschaft bei vw eindämmen. für nen teilverstaatliches unternehmen ist das unakzeptabel

  • 20.08.2012, 20:08 Uhrwhgl

    Super, wenn wir nur solche Kommentatoren haben, müssen wir uns nicht wundern, dass in DLD so viele Leute vom Staat profitieren wollen - zu dumm zum Nachdenken, zu faul zum Arbeiten und zu intelligent zum Selbermachen.
    Vofür zahle ich eigentlich Steuern und Sozialabgaben ??? Für so Schwachköpfe - die gehören alle nach Griechenland geschickt - wer nicht arbeitet kriegt auch keine Kohle.
    Aber es ist wenigstens im Sommer schön warm, na gut im Winter ist nicht alles eitel Sonnenschein, aber was schert es mich.

  • 20.08.2012, 19:41 Uhrraffgier

    Ein ganz schlauer [...], der erst jetzt bemerkt dass die ganze Outsourcerei nach China der falsche Weg ist. +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

    Bitte achten Sie auf unsere Netiquette:

    „Nicht persönlich werden“

    Ihre Kommentare sollten sich auf den jeweiligen Artikel oder das diskutierte Thema und niemals auf den dahinter stehenden Autor beziehen. Persönliche Angriffe gegen andere Nutzer oder soziale Gruppen, Beleidigungen und Diskriminierungen zum Beispiel aufgrund von Religion, Nationalität, sexueller Orientierung, Alter oder Geschlecht sind ausdrücklich nicht gestattet. Gleiches gilt für Verleumdungen sowie geschäfts- und rufschädigende Äußerungen sowie für die Veröffentlichung persönlicher und personenbezogener Daten Dritter. Bitte überlegen Sie zudem gut, welche Ihrer eigenen Daten Sie frei zugänglich ins Internet stellen.“
    (http://www.handelsblatt.com/impressum/netiquette/)

  • Die aktuellen Top-Themen
Boeing 787: Im Inneren des Luxus-Dreamliners

Im Inneren des Luxus-Dreamliners

Mit einem fabrikneuen Dreamliner wagt die arabische Qatar Airways den großen Auftritt auf der Luftfahrtmesse in Paris. Was Besucher im neuen Riesenflieger von Boeing erwartet.

Medienbericht: Microsoft wollte Nokias Handysparte kaufen

Microsoft wollte Nokias Handysparte kaufen

In der Smartphone-Branche tobt ein gnadenloser Wettbewerb. Zu denen, die unter Druck stehen, gehört Nokia. Angeblich wollte der Partner Microsoft den Hauptteil des einstigen Handy-Weltmarktführers übernehmen.

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR UNTERNEHMENS-VERKAUF UND UNTERNEHMENSNACHFOLGE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.

Mit dem Jobturbo durchsuchen Sie mehr als 215.000 Stellenanzeigen in 36 deutschen Stellenbörsen.
Diese Jobs suchen die Handelsblatt-Leser:
1. Ingenieur   6. Bauingenieur
2. Geschäftsführer   7. Marketing
3. Financial Analyst   8. Jurist
4. Controller   9. Volkswirt
5. Steuerberater   10. Designer