VW-Betriebsratschef Osterloh
„Wir arbeiten auch 35 Stunden“

Im Konflikt um längere Arbeitszeiten bei Volkswagen hat Betriebsratschef Bernd Osterloh deutlich gemacht, dass die Mitarbeiter durchaus bereit wären, länger zu arbeiten. Er forderte allerdings ein Entgegenkommen von Seiten des Managements. Eingespartes Geld dürfte nicht in „verrückte Ingenieursideen“ fließen. Überhaupt scheint Osterloh wenig von den Entwicklern im Konzern zu halten.

HB DÜSSELDORF. „Wenn Aufträge da sind, arbeiten wir auch 35 Stunden“, sagte Osterloh der Wochenzeitung „Die Zeit“ laut eines am Mittwoch veröffentlichten Vorabberichts. „Ich unterhalte mich mit dem Vorstand auch über die Personalkosten. Aber ich will dann auch wissen, wie das Unternehmen das eingesparte Geld verwendet, um langfristig überlebensfähig zu sein ... Fließt wieder alles in eine verrückte Ingenieursidee? Werden sich dann beim Golf künftig beim Einparken alle vier Räder drehen oder so etwas? Am Ende ist das Geld weg, wir verkaufen trotzdem nicht mehr Autos – und die Arbeiter baden es aus. Das machen wir nicht mehr mit.“

Eine Arbeitszeitverlängerung „zum Nulltarif“ wird es nicht geben, wie Osterloh am Dienstag deutlich gemacht hatte. Zudem das Management deutlich machen, wie VW für zusätzliche Arbeit in seinen Werken sorgen wolle. „Ich will wissen, was wir mit den Leuten machen, wenn die Arbeitszeit verlängert wird.“

Volkswagen will die wöchentliche Arbeitszeit in den sechs schwach ausgelasteten westdeutschen Montage- und Komponentenwerke auf 35 Stunden zu gleichen Löhnen verlängern. Diese Forderung nannte Osterloh ein „unmoralisches Angebot“. Bei VW gilt derzeit die Vier-Tage-Woche mit 28,8 Stunden. Betriebsrat und IG Metall gehen davon aus, dass bei einer Verlängerung der Arbeitszeit tausende Arbeitsplätze wegfallen würden.

Der Konzern hat in Aussicht gestellt, für eine höhere Auslastung in den Werken zu sorgen, wenn die Arbeitnehmer zur Arbeitszeitverlängerung bereit seien. Konkrete Schritte dazu hat der Autobauer allerdings bislang offen gelassen. Erste Sondierungsverhandlungen zwischen Geschäftsleitung und Arbeitnehmervertretung über ein Sanierungsprogramm hatten keine Klarheit gebracht.

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