VW-Bilanz: Die Volkswagenrepublik China

VW-Bilanz
Die Volkswagenrepublik China

Volkswagen ist mittlerweile der zweitgrößte Autohersteller der Welt. Doch das verdanken die Wolfsburger vor allem ihrem Rekordabsatz in China. Die große Abhängigkeit birgt auch Gefahren.
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WolfsburgMit einem starken Schlussquartal hat Europas größter Autobauer Volkswagen 2013 neue Rekordergebnisse eingefahren. Der Konzern verbuchte vor Zinsen und Steuern 11,7 Milliarden Euro und damit rund 1,5 Prozent mehr als 2012. Das teilte der Wolfsburger Konzern am Freitag anlässlich einer Aufsichtsratssitzung mit.

VW übertraf damit die Prognose leicht, wonach der operative Gewinn auf Vorjahresniveau verharren sollte. Die 197 Milliarden Euro Umsatz übersteigen die bisherige Bestmarke von 192,7 Milliarden Euro für 2012 um 2,2 Prozent. Nach Steuern gab es wie erwartet klare Rückgänge, die mit buchhalterischen Effekten aus der im Sommer 2012 geglückten Porsche-Komplettübernahme zusammenhängen.

Details zur Bilanz legt VW am 13. März vor. Klar war schon nach den Neunmonatszahlen, wie wichtig Porsche seit der Komplettübernahme im August 2012 geworden ist: Damals hatte der Sportwagenbauer in den ersten fünf Monaten unter dem Konzerndach 946 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) beigesteuert - in den neun Monaten von Januar bis September 2013 war es dann bereits das Doppelte.
Damit gleicht Porsche die Rückgänge bei den drei absatzstärksten Marken Volkswagen Pkw, Audi und Skoda aus. Mit den 11,7 Milliarden Euro Konzern-Ebit hat VW trotz des Gegenwinds in Europa das Ziel leicht übertroffen, die 11,5 Milliarden aus 2012 zu bestätigen. Das starke letzte Quartal sorgte dabei für einen gelungenen Schlussspurt.

Volkswagen profitiert heute noch davon, dass man zu den ersten gehörte, die den Weg nach China wagten. Bereits Anfang der 1980er schmiedete man eine Allianz mit der Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC).  Mit dem ersten VW Santana, der im April 1983 in Shanghai von Band lief, startet eine beispielslose Erfolgsgeschichte.

China hat Deutschland als wichtigsten Markt längst abgelöst. Alleine 2013 verkaufte Volkswagen in China 3,27 Millionen Autos, mehr als jeder Hersteller. Auch die Premiumtochter aus Ingolstadt stützt ihr Wachstum im Wesentlichen auf China – mittlerweile wird jeder dritte Audi in China verkauft. 

Ein Ende des Wachstums scheint derzeit nicht absehbar zu sein. 21,98 Millionen Fahrzeuge wurden im Jahr 2013 in China verkauft, melden die staatliche chinesische Vereinigung der Automobilproduzenten (CAAM). Das sind 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Dieses Jahr sollen es sogar 24 Millionen werden. Im Jahr 2025 – so prognostiziert es das CAR-Institut der Uni Duisburg-Essen – wird jeder dritte Neuwagen in China verkauft. Mit 35,7 Millionen verkauften Fahrzeugen wäre der Absatz mehr als doppelt so hoch wie heute.

Ein Kuchen, von dem Volkwagen sich weiterhin ein großes Stück abschneiden will. Dafür wollen die Wolfsburger ihre Kapazitäten in der Volksrepublik massiv ausbauen: Sieben von zehn neuen VW-Werken entstehen in China. 18,2 Milliarden Euro will der Konzern bis 2018 in den Ausbau der Produktion in China investieren.

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