VW-Chef Müller und Dieselgate
Ein Angriff auf die Glaubwürdigkeit

Auch Porsche soll beim Diesel geschummelt haben, sagt die US-Umweltbehörde EPA. Die Vorwürfe beschädigen die Glaubwürdigkeit des neuen VW-Chefs Matthias Müller schwer. Er sollte sie schnellstens entkräften.
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DüsseldorfDie Milliardenverluste im dritten Quartal mögen noch schmerzen, doch die Glaubwürdigkeit ist in diesen Tagen die noch wichtigere Währung für Volkswagen. Nach dem Dieselskandal will der deutsche Autoriese vermeiden, von den Kunden als Betrüger wahrgenommen zu werden. Vertrauen ist ein zentrales Wort der gesamten Kommunikation. Nicht umsonst betont man, dass der Skandal das Werk einiger Weniger gewesen sei.

Doch das Vertrauen in VW wird nun erneut hart auf die Probe gestellt: Die US-Umweltbehörde EPA wirft Volkswagen vor, auch bei den größeren Drei-Liter-Dieselmotoren mit einer Software gearbeitet zu haben, die den Schadstoffausstoß auf das Testverfahren hin optimiert. Betroffen sei ein Drei-Liter-Diesel, wie er in etlichen Premiummodellen wie dem VW Touareg, dem Audi A8, aber auch im Porsche Cayenne verbaut wurde.

Die Investoren reagierten deutlich auf die Nachricht. Die Aktien des Autobauers fielen am Dienstag um bis zu 5,1 Prozent auf 107 Euro und bildeten damit das Schlusslicht im Dax. Seit Bekanntwerden der Abgasmanipulationen Ende September haben Volkswagen mehr als 30 Prozent an Wert eingebüßt.

Volkswagen dementiert die jüngsten Vorwürfe mit aller Deutlichkeit und will nun mit den Behörden zusammenarbeiten, um jeglichen neuen Schummelverdacht so schnell wie möglich aus der Welt zu schaffen.

Das wird auch nötig sein. Schließlich hatte der Konzern immer betont, dass die Schummelsoftware allein in den 1,2-, den 1,6- und den 2,0-Liter-TDI-Motoren zum Einsatz gekommen sei. Sollten nun tatsächlich auch moderne Dieselmotoren betroffen sein, bröckelt die gesamte Verteidigungslinie des Konzerns. Auch der neue Konzernchef Matthias Müller müsste dann um seine Glaubwürdigkeit bangen.

Dabei galt der ehemalige Porsche-Chef als perfekte Wahl, um im Konzern aufzuräumen. Schließlich sei Porsche – im Gegensatz zu Audi, VW, Seat und Skoda – unbelastet, hieß es bei seinem Amtsantritt. Müller gab sogar eine schriftliche Erklärung ab, von den Manipulationen nichts gewusst zu haben. Wird Porsche von den US-Behörden ebenfalls des Betrugs überführt, gerät auch der neue Konzernchef selbst ins Feuer.

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Dem Porsche-Piëch-Clan droht schwere Niederlage

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  • Ablenkungsmanöver von täglich 10.000 Neuen. Gegen diese Kosten sind die von VW marginal.

  • @Gerd St
    Bei der AfD ist mehr Sachverstand, mehr Vernunft und mehr Volkswirtschaftliche Kompetenz vorhanden als in den etablierten Parteienbrei zusammen.
    Können Sie sich überhaupt vorstellen, was es bedeutet, wenn eine Volkswirtschaft OHNE CO2 Ausstoss auskommen muss....???!
    Können Sie sich im geringsten vorstellen was es für die Gesellschaft bedeutet, wenn durch diesen freien CO2 Zwang per Gesetz und Verordnung eine Wirtschaft und Gesellschaft dazu verdonnert wird, keine CO2 mehr auszustossen.
    Diese Umwelt-Abgasauflagen sind eine Instrument der Regierungen um die Volkswirtschaften anderer bzw. die eigene zu schwächen. Man kann damit sogar eine ganze Volkswirtschaft zerstören. Sie sollten erst einmal das Verstehen, was mit dieser CO2 freien Gesellschaft, die diese Grün-Sozialistische Merkel Diktatur da überhaupt von uns als Gesellschaft und Wirtschaft verlangt, gemeint ist!
    Mangel und Armut wird es in einer CO2 freien Gesellschaft dann nur noch geben. Aber ich sehe schon....soweit denken weder Sie, noch die Meisten in unseren wissensarmen und verblendeten Gesellschaft.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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