VW-Chef Pischetsrieder mahnt Filterförderung an
Autoindustrie erhöht Druck auf die Politik

Für seine Schelte der Bundesregierung findet VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder in der Branche breite Unterstützung. Pischetsrieder hatte das Zögern bei der Förderung für Dieselpartikel-Filter scharf kritisiert und deutete an, sich so nicht mehr an die Abmachung gebunden zu fühlen, alle neuen Diesel mit einem Filter auszustatten.

HB/hof FRANKFURT. Wenn Umweltminister Jürgen Trittin nicht zu seinen Versprechen der Förderung stehe, habe er dem Ziel der schnellen Verbreitung der Dieselfilter „einen Bärendienst erwiesen“, sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk. „Die Politik bestimmt mit der Förderung in hohem Maße mit, wie schnell sich der Filter durchsetzen wird“, sagte ein Opel-Sprecher. Ford mahnt eine schnelle Klarstellung an.

Die Bundesregierung hatte den Autobauern ursprünglich eine steuerliche Förderung in Höhe von 350 Euro für Neu- und 250 Euro für die Nachrüstung von Gebrauchtwagen mit Filter in Aussicht gestellt. Im Gegenzug hatten sich die Unternehmen verpflichtet, bis 2008/2009 alle neuen Diesel in Deutschland mit einem Filter auszustatten. „Wir haben eine ganz klare Vereinbarung mit der Bundesregierung getroffen. Und offensichtlich hält sich die Bundesregierung nicht daran, so einfach ist das“, hatte Pischetsrieder in Hamburg gesagt. Er deutete an, dass er sich ohne Steuerförderung für den Filter nicht mehr an die Abmachung gebunden fühle. Ein VW-Sprecher stellte allerdings klar, dass das Unternehmen für alle Modelle einen Filter anbieten werde, aber ohne Förderung werde er sicher nicht von allen Kunden gewünscht. Nachrüstmöglichkeiten sollen bereits in diesem Herbst für alle VW-Volumenmodelle angeboten werden.

Bislang scheiterte eine Subventionierung am Widerstand der klammen Bundesländer. Einige Ländervertreter hatten als Kompromiss vorgeschlagen, nur noch die Umrüstung gebrauchter Fahrzeuge zu unterstützen. Je nach Autotyp verteuert der Einbau eines Filters ein neues Auto um etwa 500 bis 750 Euro.

Problematisch ist die schnelle Ausrüstung aller Neufahrzeuge vor allem für Anbieter kleinvolumiger Diesel-Motoren. Sie hatten sich in der Entwicklung darauf konzentriert, auch ohne Filter die EU-Abgasnorm Euro 4 zu erfüllen. Bei kleineren Motoren ist dies möglich, während BMW und auch Mercedes mit überwiegend großen Dieselantrieben die Entwicklung der Filter bereits weiter vorangetrieben hatten, da die Norm ohne Filter nicht zu erfüllen ist.

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