VW-Chef Winterkorn in Genf: Schnellere Modellwechsel als Ausweg aus der Autokrise

VW-Chef Winterkorn in Genf
Schnellere Modellwechsel als Ausweg aus der Autokrise

Neuigkeiten aus Genf: Toyota hofft auf die Erholung des europäischen Automarkts. Indes setzt Daimler auf Asien und legt weiter zu. VW-Chef Winterkorn sieht die Autobranche mit „entscheidenden Herausforderungen“ konfrontiert.
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GenfToyota setzt auf eine weitere Erholung des Automarktes in Europa. Es werde allerdings nur langsam aufwärtsgehen, sagte der Europa-Chef des japanischen Autobauers, Didier Leroy, am Montag. In diesem Jahr solle der Absatz um zwei Prozent auf 865.000 Fahrzeuge gesteigert werden.

Der Konzern setzte sich nach wie vor zum Ziel, 2015 eine Million Autos in Europa zu verkaufen - allerdings nur, wenn dabei Gewinn abfällt. Die Japaner zählen 56 Länder zu ihrem Europa-Geschäft, darunter Israel und Russland.

Toyota vereidigte im vergangenen Jahr seine Spitzenposition und verkaufte weltweit mehr Fahrzeuge als jeder andere Autobauer.

Der Autohersteller Daimler hat nach einem starken Jahresauftakt weiter zulegen können. Der Absatz sei im Februar zweistellig gestiegen, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Montag vor Beginn des Autosalons in Genf.

Konkrete Zahlen will der Konzern erst im Laufe der Woche vorlegen. Derzeit könne Daimler nicht so viele Autos bauen, wie nachgefragt würde, sagte Zetsche. Im Januar hatten die Schwaben auch dank eines Schubs in China 15,4 Prozent mehr Autos absetzen können als im Vorjahresmonat.
Daimler setzt in diesem Jahr unter anderem auf den Start der neuen C-Klasse. Die werde in Genf mit Apples neuer Software-Plattform CarPlay vorgestellt, sagte Daimler-Vertriebsvorstand Ola Källenius. Die Apple-Software soll einem Sprecher zufolge noch in diesem Jahr in Daimlers Autos verbaut werden, ab kommenden Jahr arbeitet der Autohersteller auch mit Googles Android.

Daimler bemüht sich wie andere Hersteller mehr und mehr, digitale Inhalte ins Auto zu bringen und so seine Kunden zu binden.

Die fortschreitende Digitalisierung und neue Umweltanforderungen stellen die Autoindustrie aus Sicht von VW-Chef Martin Winterkorn vor entscheidende Herausforderungen. „Unsere Branche steht in den nächsten Jahren vor einem der größten Umbrüche seit Bestehen des Automobils“, sagte der Konzernchef am Montagabend in Genf vor Beginn des Autosalons.

Die Wünsche der Kunden veränderten sich immer schneller, ebenso die Bedürfnisse und die Erwartungen an Mobilität. Für die Industrie bedeute dies, sich noch schneller auf die Kunden weltweit einstellen zu müssen. „Ich bin sicher: Das zwingt uns dazu, darüber nachzudenken, ob die üblichen Modellzyklen von sieben bis acht Jahren nicht deutlich kürzer werden müssen“, sagte Winterkorn.

Es gelte zudem zu hinterfragen, ob jedes bestehende Modell auch automatisch einen Nachfolger erhalten sollte. Die Modellzyklen bestimmen in der gesamten Branche bisher den industriellen Takt, etwa auch für die Zuliefererbranche. Volkswagen versucht unter anderem mit einem Baukastensystem, die Fertigung flexibler zu gestalten und Entwicklungszeiten zu verkürzen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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