VW-Chef
Winterkorn zieht später in Porsches Vorstand ein

Der für Mitte September geplante Einzug von Volkswagens Konzernchef Martin Winterkorn und Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch in das Führungsgremium der Porsche SE verzögert sich, bestätigten beide Unternehmen dem Handelsblatt. Der VW-Chef fürchtet Interessenkonflikt bei der Integration.

HAMBURG. Die VW-Manager sollten ursprünglich zum 15. September auch Mitglieder des Porsche-Vorstands werden. Für Winterkorn ist der Vorstandsvorsitz der Porsche Holding SE vorgesehen.

Ungeklärte Detailfragen bei den Durchführungsverträgen sorgen jedoch für eine Verzögerung. Die Vereinbarungen sollen die vorgesehene Integration von Volkswagen und Porsche regeln. Bislang existiert lediglich eine Anfang August geschlossene Grundsatzvereinbarung zwischen den Autokonzernen.

Die Durchführungsverträge sollen aber in jedem Fall noch im Jahresverlauf geschlossen werden, heißt es in Unternehmenskreisen. Bevor allerdings nicht alles rechtlich geklärt ist, wollen die VW-Granden offenbar nicht in den Vorstand der hochverschuldeten Porsche SE einziehen. Winterkorn möchte einen Interessenkonflikt vermeiden: Der Integration beider Autobauer müsste er sonst zweimal zustimmen: als Vorstandschef von VW und von Porsche.

Damit besteht der Vorstand der Porsche SE nach dem erzwungenen Abgang von Ex-Vorstandschef Wendelin Wiedeking und Finanzchef Holger Härter Ende Juli weiterhin nur aus Michael Macht, dem neuen Chef der Porsche AG, und seinem Stellvertreter Thomas Edig.

Die beiden Unternehmen hatten sich am 13. August auf ein Verschmelzen spätestens im Lauf des Jahres 2011 geeinigt. Volkswagen soll in zwei Schritten den Sportwagenbauer Porsche AG übernehmen, der damit zur zehnten Marke des Konzerns wird, und zudem die Salzburger Vertriebsholding der Eigentümerfamilien Porsche und Piëch kaufen. Insgesamt kostet der Deal die Wolfsburger mehr als 16 Mrd. Euro.

Um die hochverschuldete Porsche SE zu entlasten, haben die Familien Porsche und Piëch zehn Prozent der Stimmrechte und Optionen auf VW-Aktien an das Emirat Katar verkauft. Katar dürfte am Ende 17 Prozent an dem neuen Autokonzern halten, die Familien 35 bis 40 Prozent. Wiedeking hatte sich bei der Übernahme von Volkswagen verhoben.

Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur
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