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19.05.2008 

Der neue Seat Ibiza. Die spanische VW-Tochter soll dem Vorbild von Skoda folgen. Foto: PRLupe

Der neue Seat Ibiza. Die spanische VW-Tochter soll dem Vorbild von Skoda folgen. Foto: PR

Wie wollen Sie das ramponierte Image aufpolieren?

Unsere Marke ist dort nach wie vor sehr stark. Wir wollen Volkswagen in den USA als einzige Volumenmarke etablieren, die für Innovationen und deutsche Ingenieurskunst steht.

Brauchen Sie noch weitere Werke, um Toyota einzuholen?

Um unsere Wachstumsziele zu erreichen, werden wir über die eine oder andere Erweiterung nachdenken müssen.

Eine weitere Baustelle sind Ihre Pläne für eine LKW-Allianz. Wird es nach der Übernahme von Scania erst einmal nichts mit der Fusion mit MAN?

Wir führen unsere acht - und mit Scania neun - starken Marken sehr unabhängig. Schauen Sie sich Audi, Lamborghini, Bentley, Skoda oder andere Marken an - alle haben einen eigenen Vorstand, eine eigene Entwicklung, ein eigens Design, einen markenspezifischen Vertrieb. Aber wir benutzen gemeinsame modulare Baukästen. Wir brauchen keine Fusion der drei LKW-Marken um von Synergie-Effekten zu profitieren. Wir werden aus drei starken Marken kein einzelnes Unternehmen machen. Unsere Strategie besteht darin, die Markenkarte auszuspielen, gleichzeitig aber bei der Technik und im Einkauf Synergien zu schöpfen.

Der Vertrag von Leif Östling als Scania-Chef wurde gerade erst bis 2012 verlängert. Östling und MAN-Chef Hakan Samuelsson können aber nicht gut miteinander. Heißt das, der Zusammenschluss ist erst mal auf Eis gelegt?

Ich möchte schon, dass wir irgendwann überlegen, wie wir die drei Nutzfahrzeughersteller enger zusammenbinden. Momentan verdienen allerdings alle drei Hersteller gutes Geld. Jetzt üben wir schon mal mit Volkswagen und Scania, was sich alles gemeinsam machen lässt. Bei Einkauf, Elektronik und Leichtbau etwa. Aber wir machen keinesfalls aus drei LKW-Marken eine. Warum denn?

Könnte MAN das Nutzfahrzeuggeschäft von VW in Brasilien übernehmen?

Das ist sicher eine von mehreren vorstellbaren Varianten, steht aber momentan nicht zur Entscheidung an.

Ihr Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hat aber weitere Schritte in der LKW-Allianz angekündigt?

Natürlich wollen wir die Kooperation zwischen den Marken intensivieren. Das war zum Beispiel auch bei Skoda so. Erst haben wir die existierenden Modelle weitergeführt, dann hat Skoda Getriebe und Motoren aus dem Konzern bekommen. Solche Modelle sind auch hier denkbar.

Wie wollen Sie bei Seat vorankommen?

Das Vorbild dafür liefert wieder Skoda: Dort haben wir den Turnaround genauso geschafft.

Piëch liebäugelt öffentlich mit einem Motorradhersteller für VW. Hätten Sie Gefallen daran?

Gegen ein schönes Motorrad habe ich nichts einzuwenden, aber derzeit haben wir das Thema nicht auf dem Radar.

Gemeinsam mit VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh spielen Sie am 24. Mai in einem Benefiz-Fußballspiel in einer Wolfsburger Auswahl gegen die Schwaben-Allstars aus der Heimat Ihres Großaktionärs Porsche. Wer gewinnt?

Meiner Frau wäre es ehrlich gesagt lieber, wenn ich nicht antreten würde. Ich hatte bisher überhaupt keine Zeit, um für meine Rolle als Torwart zu trainieren. Über das Ergebnis möchte ich keinen Tipp abgeben - jedenfalls erwarte ich ein faires Spiel.

Werden Sie eigentlich der Ausstatter der Bundesliga? VfL Wolfsburg gehört zu Volkswagen, Audi sponsert den FC Bayern und die Marke VW neben Schalke jetzt noch Werder Bremen.

Wir verfolgen damit ein profitables Geschäftsmodell. Denn im Umfeld der Vereine verkaufen wir deutlich mehr Fahrzeuge und haben unseren Vertrieb auf entsprechende Verkaufserfolge verpflichtet. Jetzt schließen wir mit Werder die Lücke im Norden. Auch international, über unseren Einsatz bei AC Mailand, FC Barcelona, Manchester United und Ajax Amsterdam, sind wir auf diesem Gebiet aktiv. Sowohl der Fußball als auch das Auto haben eine starke emotionale Komponente, beide haben eine große und treue Fan-Gemeinde. Die Verbindung zwischen dem Leistungssport Fußball und technisch hochwertigen Automobilen ist stimmig.

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