VW dementiert Bericht
MAN und Scania sollen weiter kooperieren

Eine schwedische Zeitung hatte davon berichtet, dass VW nicht mehr an einer Kooperation seiner beiden Lkw-Bauer MAN und Scania festhalte. Eine Sprecherin des Autokonzerns verwies die Gerüchte ins „Reich der Fantasie“.
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Stockholm/HamburgVolkswagen hält an den Plänen für eine engere Kooperation seiner beiden Lkw-Bauer MAN und Scania fest. „An unseren Plänen hat sich nichts geändert“, sagte eine VW-Sprecherin am Freitag. Eine engere Zusammenarbeit der beiden Lkw-Bauer werde weiter vorangetrieben.

Damit wies VW einen Bericht der schwedischen Wirtschaftszeitung „Dagens Industri“ zurück, wonach VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech nicht mehr länger auf eine engere Zusammenarbeit der deutschen mit der schwedischen Firma dränge. „Das gehört ins Reich der Fantasie“, sagte die Sprecherin.

Auch MAN und Scania bekräftigten ihre Absicht, enger Zusammenzurücken. Die Gespräche mit MAN verliefen konstruktiv, sagte ein Scania-Sprecher. „Wir haben sehr hohes Interesse, Synergien zu erzielen und zu kooperieren“, ergänzte ein MAN-Sprecher. Seit dem vergangenen Jahr beschäftigen sich gemeinsame Arbeitsgruppen mit einzelnen Projekten der Zusammenarbeit. Weder Scania noch MAN haben bisher allerdings konkrete Fortschritte bekannt gegeben.

Volkswagen besitzt seit November die Mehrheit an dem Münchner Lastwagen- und Maschinenkonzern MAN und kann damit die seit vielen Jahren von Piech angestrebte Lkw-Allianz mit dem schwedischen Traditionsunternehmen Scania schmieden. Nach der Erlaubnis zur MAN-Übernahme durch weltweit etwa 20 Kartellbehörden hatte VW-Chef Martin Winterkorn von der Geburtsstunde eines neuen Spitzenreiters auf dem weltweiten Lkw-Markt gesprochen.

Durch die Allianz schiebt sich VW bei schweren Lastwagen an die Marktspitze in Europa. Zusammen lagen MAN und Scania bei den Neuanmeldungen zuletzt vor Volvo/Renault und Daimler. Weltweit dürfte VW im Lkw-Geschäft unter den ersten sieben liegen. Von dem Bund der hochprofitablen Tochter Scania mit dem Münchner Lastwagenkonzern erhofft sich VW Kostenvorteile bei Einkauf, Entwicklung und Produktion von mindestens 200 Millionen Euro im Jahr. Langfristig sollen sogar bis zu einer Milliarde Euro möglich sein.

Bis VW - wie im Pkw-Geschäft bereits seit längerem üblich - auch bei Lastwagen einheitliche Bauteile zur Kostensenkung einführen kann, dürften allerdings noch einige Jahre vergehen. Verglichen mit den zurückliegenden Problemen wäre dies jedoch nur ein Katzensprung: Die ersten Bemühungen um ein Lkw-Bündnis liegen bereits über zehn Jahre zurück. Vor fünf Jahren hatte MAN versucht, Scania zu übernehmen, blitzte damals aber ab, weil der mächtige VW-Aufsichtsratsvorsitzende Piech andere Pläne hatte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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