VW-Desaster
Porsche macht 4,4 Milliarden Euro Verlust

Es ist fast schon eine positive Überraschung: Porsche hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Vorsteuerverlust von 4,4 Milliarden Euro eingefahren. Vor einigen Monaten hatte Porsche-Chef Michael Macht noch einen Verlust von fünf Milliarden Euro für möglich gehalten.
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HB STUTTGART. Porsche muss wegen der gescheiterten Übernahme von VW einen Milliardenverlust verkraften. Die Dachgesellschaft Porsche Automobil Holding SE fuhr im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 (31. Juli) einen Vorsteuerverlust von 4,4 Mrd. Euro ein. Das teilte der Sportwagenbauer am Donnerstag nach einer Aufsichtsratssitzung mit.

An ihre Aktionäre wollen die Stuttgarter dennoch eine kleine Dividende zahlen. Porsche will eine Milliarde Euro aus seinen Rücklagen entnehmen und so einen Bilanzgewinn von 8,23 Mio. Euro ausweisen. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, diese Summe komplett an die Aktionäre auszuschütten. Dies würde einer Dividende je Vorzugsaktie von 0,05 Euro und von 0,044 Euro je Stammaktie bedeuten. Dem muss die Hauptversammlung Ende Januar noch zustimmen.

Grund für den Verlust sind die hohen Belastungen aufgrund der Entwicklungen rund um die gescheiterte VW-Übernahme. Porsche hatte unter anderem seine Optionen auf VW-Aktien bilanziell abgewertet, um sie besser verkaufen zu können.

Im Jahr zuvor hatte das Unternehmen auch dank der VW-Beteiligung noch einen Gewinn vor Steuern von 8,57 Mrd. und einen Überschuss von 6,39 Mrd. Euro erzielt. Die Sportwagenschmiede hatte sich bei der geplanten Übernahme von VW massiv verhoben und einen gewaltigen Schuldenberg angehäuft. Bis 2011 soll Porsche nun als zehnte Marke in den VW-Konzern eingegliedert werden.

Ende Juli hatte der damals frisch ernannte Porsche-Chef Macht gesagt, dass sogar ein Fehlbetrag von fünf Mrd. Euro möglich sei. Der Verlust stehe vor allem im Zusammenhang mit der geplanten Veräußerung von Optionen auf VW-Stammaktien.

Volkswagen hatte den monatelangen dramatischen Übernahme-Machtkampf mit Porsche nach dem Aus von Wiedeking gewonnen. Der Wolfsburger Konzern will Porsche bis Mitte 2011 schrittweise übernehmen und als zehnte Marke integrieren. Porsche soll dabei wie etwa die VW-Tochter Audi eigenständig bleiben. Eine gemeinsame Grundlagenvereinbarung soll bis zum 13. August stehen.

Vergangene Woche hatte Porsche einen neuen Finanzvorstand berufen. Der Aufsichtsrat berief den bisherigen Controlling-Leiter Lutz Meschke auf den Posten. Der Bereich war nach der Entlassung des früheren Finanzvorstands Holger Härter am 23. Juli übergangsweise vom Gesamtvorstand mitverantwortet worden. Härter hatte wie der ehemalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking nach der Niederlage im Übernahmepoker mit VW gehen müssen.

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  • Guten Tag,.......um eines klar zu stellen... Optionen bilanziell abwerten zu koennen; hat mann sie meistens vorher bilanziell ( kuenstlich ) aufgewertet. bitte sagen Sie einfach dass es sich um eine Autofabrik handelt die von idioten geleitet wurde. So nennt das sich. Dann versteht auch jeder was gemeint ist. besten Dank

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