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12.05.2008 
Automobilindustrie

VW entscheidet sich für US-Werk

Volkswagen setzt mit einem eigenen Werk zum Sprung auf den US-Markt an. Dazu legt Konzernchef Martin Winterkorn den VW-Kontrolleuren unter Vorsitz von Ferdinand Piëch in ihrer Sitzung Mitte Juli ein Konzept vor. „Noch vor der Sommerpause im Juli werden wir das Thema US-Werk zur Entscheidung in den Aufsichtsrat bringen“, sagte Winterkorn dem Handelsblatt.

 VW-Chef Martin Winterkorn setzt auf neue Standorte. Foto: ap.Lupe

VW-Chef Martin Winterkorn setzt auf neue Standorte. Foto: ap.

HB WOLFSBURG. Geplant sei, dass die Produktion in den USA bereits 2010 anlaufe, sagte der VW-Chef. Aus Unternehmenskreisen verlautete, eine Grundsatzentscheidung sei gefallen, man hoffe jetzt auf weitere finanzielle Zugeständnisse im Wettkampf der Standorte. „Es sind drei Bundesstaaten im Osten der Vereinigten Staaten in der finalen Auswahl“, sagte Winterkorn. Gemeint sind Alabama, Tennessee und Michigan.

Der VW-Konzernbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh äußerte sich zufrieden mit den Plänen. "Winterkorn hat eine ueberzeugende US-Strategie vorgelegt", sagte er. Angesichts des Dollar-Kurses gebe es mittelfristig keine Alternative zu einer Fertigung im Dollar-Raum. "Allerdings setzt dies voraus, dass wir auch im Bereich der Zulieferer eine starke Lokalisierung vornehmen", sagte Osterloh.

Er kündigte an, dass er im Juni Gespräche mit seinen us-amerikanischen Gewerkschaftskollegen führen wolle. "Wir nehmen einen neuen Standort in den USA sehr ernst. Wenn wir Toyota überholen wollen und unsere erfolgreiche Wachstumsstrategie fortsetzen wollen, dann müssen wir in den USA Marktanteile gewinnen", betonte der VW-Konzernbetriebsratsvorsitzende.

Europas größter Autobauer legt sich damit erstmals auf einen konkreten Zeitplan für die Entscheidung und den Bau fest. Zum ersten Mal könnte eine Fertigung zudem gemeinsam mit dem VW-Großaktionär Porsche betrieben werden, heißt es in Unternehmenskreisen. Das wäre ein Symbol für die neuen Möglichkeiten im Autoreich der Familien Porsche und Piëch.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Gemeinsame Produktion mit Audi und Porsche

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