VW, Ford, Opel
Rabattschlacht im Autohaus

Die deutsche Konjunktur entwickelt sich weiterhin gut. Doch bei den Autohändlern ist vom Aufschwung bisher noch wenig zu spüren. Die Rabatte drücken auf die Marge. Sogar das Kartellamt ist mittlerweile alarmiert.
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DüsseldorfDie Rabatte im deutschen Automarkt ziehen wieder an – trotz guter Konjunktur. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des CAR-Instituts der Universität Duisburg-Essen. „Die Schnäppchen-Zeit in Deutschland geht weiter“, sagt Studienautor Ferdinand Dudenhöffer.

Nach Ansicht der Wissenschaftler liegt das vor allem an der aggressiven Preispolitik der Volumenhersteller. So räumt Marktführer VW gleich für 11 Modelle zusätzliche Rabatte wie eine „Prima-Klima-Prämie“ ein, vom Kleinstwagen Up über Golf und Passat bis hin zum SUV Touareg. Rund 31 Prozent aller VW-Neuwagen werden zudem auf Hersteller und Händler zugelassen und als junge Gebrauchte verkauft. Eine Preispolitik, die deutliche Nachlässe bis zu 29 Prozent bei Internetvermittlern ermöglicht – und so den Händlern das Leben schwer macht.

Die Konkurrenten versuchen mit dem Marktführer schrittzuhalten. Um der neuen Konkurrenz im Internet die Stirn zu bieten, hatte Ford seine Händler angehalten, ihre Wagen im Händlerbetrieb zu den gleichen Konditionen anzubieten wie im Netz. Die Aktion sollte so den Internetvermittlern das Wasser abgraben. „Der Schuss ging nach hinten los“, heißt es in der CAR-Studie. Der Ford Fiesta wird laut Studie derzeit so stark rabattiert wie kein anderes Modell im deutschen Markt. Das Rabattniveau im Händlerbetrieb habe durch die Aktion insgesamt massiv zugenommen. Darüber hinaus ermittelt nun auch das Bundeskartellamt gegen Ford.

Auch Opel und Peugeot/Citroen stehen wegen eines ähnlichen Rabattpolitik bei den Händlern im Visier der Ermittler. Immerhin konnte Opel den Anteil der Eigenzulassungen im April massiv reduzieren. Etwa 36 Prozent aller verkauften Opel wurden in diesem Monat auf Händler, Hersteller oder Autovermieter zugelassen. Das ist zwar immer noch mehr als bei jeder anderen deutschen Marke, aber deutlich weniger als in den Vormonaten. Der Hersteller begründet den hohen Anteil mit dem gestiegenen Absatz im Mitarbeiterleasing.

Insgesamt bleibt der hohe Anteil der Eigenzulassungen, die als junge gebrauchte hoch rabattiert im Markt verkauft werden, aber ein Problem der Branche. Ihr Anteil ist mit 29,1 Prozent zwar leicht gesunken, fällt insgesamt aber immer noch sehr hoch aus. Vor allem Volkwagen und BMW tricksen hier deutlich mehr als in den Vormonaten.

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  • Lieber Herr Bauer,
    wie bei jeder Statistik kommt es auf den Bezug an. Vergleicht man den Anteil der Eigenzulassungen bei Opel im April im den Zahlen im März und Februar (wie in der Studie), ist ihr Anteil gesunken. Vergleicht man den Anteil über mehrere Monate hinweg (so wie Sie) oder den Mai, dann ist er gestiegen. Beides ist korrekt. Allerdings können wir uns darauf einigen, dass die Eigenzulassungsquote bei Opel insgesamt immer noch höher ist als bei jedem anderen deutschen Herstellern.
    Beste Grüße
    Lukas Bay

  • Der Artikel ist so nicht korrekt.
    Opel hat von Jan-Mai im Vergleich zu dem Vorjahresmonaten seine Eigenzulassungen um über 1,0% Punkte gesteigert und liegt im Durchschnitt Jan-Mai bei über 40% Eigenzulassungen.

    Vorjahr lag Opel im Mai bei 36% (2014) jetzt bei 37%.

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