VW gegen Daimler
Der Beste oder nichts

Volkswagen drängt offenbar auf eine schnelle Verpflichtung des ehemaligen Daimler-Vorstands Andreas Renschler. Das wäre eine Kampfansage an die Stuttgarter und ihren Chef Dieter Zetsche.
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DüsseldorfZwei Konzerne streiten um eine Spitzenkraft. Der ehemalige Daimler-Vorstand Andreas Renschler wird offenbar heftig von Volkswagen umworben. Mehrere Medien berichten, dass VW den ausgewiesenen Nutzfahrzeugexperten bereits in diesem Jahr unter Vertrag nehmen will. Am Rande einer Veranstaltung in Stuttgart kommentierte VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch die Personalie noch kryptisch: „Am Ende können Sie sagen, die Besten ködern die Besten.“ Dabei wirbt eigentlich Daimler mit dem Slogan „Das Beste oder nichts“.

Lockmittel für den Daimler-Manager ist vor allem Geld: Als Teil des Pakets sollen die Wolfsburger Renschler ein beträchtliches Budget angeboten haben, meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Damit könne er mehr Leute einstellen, um die Kooperation zwischen den Marken Scania und MAN durchzusetzen, sagten Personen, die aufgrund der vertraulichen Natur der Verhandlungen namentlich nicht genannt werden wollten .

Der VW-Aufsichtsrat trifft sich Ende Februar zur nächsten Sitzung. Wie aus Kreisen der Kontrolleure verlautete, kommt die Renschler-Personalie dann auf den Tisch. Fraglich sei, ob die bei einem Unternehmenswechsel vertraglich vorgesehene Zwangspause für den Manager irgendwie zu verkürzen ist.

Derzeit würden Rechtsberater prüfen, wie die Dauer der Wechselsperre zur Konkurrenz in Renschlers Daimler-Vertrag minimiert werden könne, heißt es weiter. Offenbar solle damit argumentiert werden, dass die Leitung des Nutzfahrzeuggeschäfts nicht im direkten Wettbewerb mit dem Pkw- Geschäft von Daimler stehe, wo er jüngst tätig war.

Ein schneller Wechsel zum Konkurrenten würde Daimler-Chef Dieter Zetsche bloßstellen. Denn der hatte auf einer Veranstaltung in München gegenüber dem „Handelsblatt“ „in absehbarer Zeit“ einen raschen Wechsel Renschlers ausgeschlossen. Wie lange dem 55-Jährigen die Hände gebunden sind, ließ Zetsche offen. Ein Daimler-Sprecher hatte am Donnerstag bestätigt, dass es in Renschlers Vertrag eine Wettbewerbsklausel gebe, die ihm einen Wechsel für eine bestimmte Zeit verbiete. Der Zeitraum könne sechs Monate umfassen, aber auch bis zu einem Jahr. Zu den Fristen in Renschlers Vertrag wollte sich der Sprecher nicht äußern. Solche Regelungen sind üblich, ihre Schärfe hängt auch am Konkurrenzdruck der jeweiligen Branche. Das Bauen von Autos und das Herstellen von Software beispielsweise gelten als äußerst wettbewerbsintensiv.

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Piëchs Ziel ist die Weltspitze

Kommentare zu " VW gegen Daimler: Der Beste oder nichts"

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  • Piëch ist wirklich der Beste.

    Zetsche ist nichts weiter als der Zögling von Edzard Reuter, welcher der grösste Kapitalvernichter in der deutschen Industrie war (Schrempp war fast noch schlimmer).


    Armer Daimler:
    erst Reuter (100 Mia DM Verlust), dann Schrempp (100 Mia EUR Verlust), dann Zetsche: Entwicklungsleiter der Umkipp-A-Klasse, Verantwortlicher für die Maybach-Pleite, zu später Verkauf von Chrysler-20 Mia EUR Verlust, China-Vertrieb vermasselt, China- Produktions-Ausbau verpennt, Sponsoring der anachronistischen Formel 1....und dann auch noch die Bevorzugung des überheblichen Herrn Ayerle (Kunstname Dr. Bernhard).

    Der Beste (Renschler) ist von ihm gegangen. Jetzt hat er NICHTS !

  • Da kommt er vom Regen in die Traufe. Weg von Daimler mit ihren Qualitätsproblemen (z.B. Rost) hin zu VW mit Ihren Qualitätsproblemen ( Elektronik, Getriebe). Leider bekommen wir von der Presse AMS, Motorwelt was anderes verkauft als die Wirklichkeit wiederspiegelt.
    Unterhalten sie sich mal mit freien Werkstätten zur Qualität dieser Fahrzeuge, die sind froh das es DB und VAG gibt, da haben die immer genug zu tun.

  • @Kampfrichter

    Haben Sie vielleicht schon einmal in Erwägung gezogen, dass Herr Piech der Beste ist? Oder spricht da vielleicht bei Ihnen auch ein wenig Neid? Und dass Herr Piech alle Topmanager verbrennt ist wohl auch nicht so ganz nach zu vollziehen

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