VW-Gesetz
Kluge Standortpolitik statt dumpfem Vetorecht

Das Land Niedersachsen klammert sich an seine Sonderrechte bei VW. Doch nachvollziehbare Gründe dafür gibt es nicht. Es schadet damit sogar seinen eigenen Interessen. Ein Kommentar.
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Die Kluft zwischen globalem Anspruch und provinzieller Wirklichkeit könnte kaum größer sein.

Auf der einen Seite steht das fast provozierend zur Schau gestellte Selbstbewusstsein des VW-Chefs Martin Winterkorn. Kein Ziel ist zu groß, auf allen Märkten weltweit soll der Konzern die Nummer eins werden – wenn er es nicht schon ist. Noch im September dieses Jahres verkündete Winterkorn stolz, VW investiere „eine Rekordsumme, um sein Ziel zu erreichen, der ökonomisch und ökologisch beste Automobilhersteller der Welt zu werden“. Mehr als 62 Milliarden Euro will der Konzern von 2012 bis Ende 2016 weltweit ausgeben.

Muss sich so ein Kraftprotz vor irgendetwas oder irgendjemandem fürchten? Offenbar muss er das.

Denn auf der anderen Seite steht das fast verzweifelte Beharren auf dem VW-Gesetz. Trotzig klammern sich der Autobauer und die Landesregierung an das Vetorecht des Landes Niedersachsen als wäre VW ein zerbrechliches Startup-Unternehmen, das vor der Übernahme durch böse Multis aus dem Ausland bewahrt werden müsste.

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David schützt Goliath vor den anderen Riesen

Kommentare zu " VW-Gesetz: Kluge Standortpolitik statt dumpfem Vetorecht"

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  • Totaler Quatsch.
    Wie lange ist es her, dass Porsche VW übernehmen wollte und sich dabei total verspekuliert hat? Der Sinn des Gesetzes liegt wohl eindeutig im Schutz des Unternehmens und seiner Arbeitnehmer. Ein Hauptaktionär kann bei ausreichender Mehrheit über das Kapital( zur Tilgung der eigenen Schulden für den Aktienkauf zur Übernahme) und damit über die Existenz des Unternehmens allein entscheiden. Beim VW-Gestz ist dies allerding nicht so leicht möglich!!!!

  • Jetzt wird wieder klug daher geredet, VW als Grösus hätte dieses Gesetz ja gar nicht nötig, es stehe als global player schließlich bestens da etc.
    Es ist noch nicht lange her, da bescherte uns die so liberale Wirtschaftsphilosophie einen neuen Markt, in dem tummelten sich aus dem Boden gestampfte IT-Unternehmen, die hatten 10 Computer und 3 Mitarbeiter und waren angeblich Milliarden wert.
    Da machten sich die Finanzexperten über VW lustig, das auch damals bereits ca. 300.000 Menschen Arbeit und Lohn gab, es sei 'für'n Appel und ´n Ei' zu erramschen, nichts wert.
    Wir wissen, was aus dem damals gefeierten neuen Markt wurde, wir sehen, was aus dem angeblich maroden, 'gewerkschaftsdurchseuchten', unflexiblen Unternehmen wurde.
    Damals verhinderte u.a. das VW-Gesetz, dass VW zum Spielball finanztechnischer Hassardeure und verzockt wurde.
    Ich sage, gerade weil das VW-Gesetz diese Kontrollfunktion hat, sollte es Vorbild für andere sein.
    Aber - für Finanzer alles Humbug, man will nichts daraus lernen, was interessieren Menschen und ihre Arbeit, wichtig ist der 'freie Kapitalverkehr' ohne Schranken und Rücksichten. Zur Not mit Scheinwerten.
    Wichtig ist das freie Zocken und leben im Speck auf Kosten anderer.
    Und die EU macht sich zum willfährigen Handlanger.
    So, musste ´mal raus.

  • "Es gibt nicht einmal einen nachvollziehbaren Grund, warum das Land überhaupt an VW beteiligt sein sollte" Alleine für diesen Satz gehören Sie gefeuert.

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