VW-Gesetz
Porsche: Kein Beherrschungsvertrag mit VW

VW-Hauptaktionär Porsche will den Wolfsburger Autobauer nach eigener Darstellung derzeit nicht an die kurze Leine nehmen.

rtr HAMBURG. Ein von Porsche-Finanzchef Holger Härter bei einem Treffen mit niedersächsischen CDU-Bundestagsabgeordneten ins Spiel gebrachter Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag sei lediglich eine theoretische Möglichkeit, sagte ein Sprecher am Donnerstag in Stuttgart. Härter selbst habe dies in dem Gespräch zu Wochenbeginn in Berlin angesichts der Anteilsverhältnisse bei VW als "völlig unrealistisch" bezeichnet. "Das steht nicht zur Debatte." Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" zitierte am Donnerstag Teilnehmerkreise der Politiker-Runde, wonach Härter dieses Ziel nicht einfach aufgeben wolle, nur weil ein neues VW-Gesetz in Vorbereitung sei.

Tatsächlich kann Porsche im Moment gegen das Land Niedersachsen, das 20,1 Prozent der Stimmrechte an VW hält, keine ausreichende Mehrheit für einen Beherrschungsvertrag bekommen. Der Sportwagenbauer hatte sein VW-Aktienpaket am Dienstag auf 35,14 Prozent aufgestockt und will es in den kommenden Wochen auf mehr als 50 Prozent der Anteile erhöhen.

Das VW-Gesetz räumt Niedersachsen ein Vetorecht ein. Die Sonderstellung das staatlichen Eigners ist auch in der VW-Satzung festgeschrieben. Nur wenn das neue VW-Gesetz kippt und die Sperrminorität auf 25 Prozent angehoben würde, hätte Porsche die Chance, einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag durchzusetzen. Die Folge wäre, dass der Wolfsburger Konzern seinen Gewinn an Porsche überweisen müsste und der Vorstand seine Marschroute in Stuttgart mitgeteilt bekäme.

Dafür müsste der Sportwagenbauer nach Schätzungen von Unternehmenskennern allerdings gut 70 Prozent der VW-Aktien einsammeln und damit fast alles, was am freien Markt erhältlich ist. Dann könnte Porsche wegen der traditionell niedrigen Präsenz auf VW-Hauptversammlungen auf die erforderliche Dreiviertelmehrheit kommen. Das setzt voraus, dass keine Investmentfonds zukaufen. Vor diesem Hintergrund sind VW-Aktien derzeit an der Börse heiß begehrt. Der Kurs markierte am Donnerstag einen Rekordwert von 266 Euro. VW ist nach Reuters-Daten mit rund 77 Milliarden Euro das mit Abstand wertvollste Dax-Unternehmen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%