VW-Großaktionär
Niedersachsen will an Piech festhalten

Der VW-Großaktionär Niedersachsen hat angekündigt, sich nicht an einer sich nicht an einer Ablösung von VW-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piech beteiligen zu wollen. Unbestätigten Berichten zufolge tobt zwischen Piech und dem VW-Großaktionär Porsche ein Machtkampf.

HB FRANKFURT. Der VW-Großaktionär Niedersachsen hat angekündigt, sich nicht an einer Ablösung des umstrittenen VW-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piech zu beteiligen. "Das kann ich mir nicht vorstellen", sagte Landesfinanzminister Hartmut Möllring (CDU) dem "Tagesspiegel am Sonntag" laut Vorabmeldung. "Wir bieten Porsche - und damit auch Piech - eine gute Partnerschaft an." Auch der "Spiegel" berichtete, Niedersachsen wolle Piech halten. Unbestätigten Medienberichten zufolge hat Piech den VW-Hauptaktionär Porsche verärgert. Die Porsche-Eigentümerfamilie - zu der er selbst gehört - wolle ihn nun mit Hilfe des Landes um sein Amt bringen, so die Berichte.

Im Streit zwischen Piech und seinen Verwandten wolle Niedersachsen aber auch nicht vermitteln, sagte Finanzminister Möllring. "Das muss die Familie Porsche/Piech untereinander ausmachen". Piech hatte vor einigen Tagen bei einer Abstimmung gefehlt und sich per Vollmacht enthalten - und damit den Ausschlag für eine Niederlage der von Porsche dominierten Kapitalseite bei einem Antrag der Arbeitnehmerseite gegeben. Kooperationen zwischen der VW-Tochter Audi und Porsche müssen damit künftig vom VW-Aufsichtsrat gebilligt werden. Die Porsche-Familie hatte über dieses Verhalten Piechs öffentlich ihr Entsetzen geäußert.

Der niedersächsische IG-Metall-Chef Hartmut Meine mahnte die Aufsichtsrats- und Vorstandschefs von Porsche und VW zur Besonnenheit in dem Streit. "Das sind vier hoch bezahlte Manager, von denen man verlangen kann, dass sie emotionale Dinge außen vor lassen und fachlich-kompetent ihren Job machen", sagte Meine der Zeitschrift "Automobilwoche". "Ich gehe fest davon aus, dass Ferdinand Piech Vorsitzender des VW-Aufsichtsrats bleibt", fügte er hinzu.

VW-Hauptaktionär Porsche, der gemessen an Absatz und Personal wesentlich kleiner ist als Europas größter Autokonzern VW, trifft derzeit Vorbereitungen für die Eingliederung der Beteiligung als Tochtergesellschaft. In den kommenden Monaten sollen Wirtschaftsprüfer die Bücher von VW unter die Lupe nehmen und eine Eröffnungsbilanz erstellen.

Gegen die Übernahme opponiert vor allem der VW-Betriebsrat, der seinen Einfluss in der neuen Dachgesellschaft Porsche Holding schwinden sieht. VW-Betriebsratsratschef Bernd Osterloh liegt seit Monaten im Streit mit Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück.

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