VW-Hauptversammlung
Ferdinand Piëch baut seine Macht aus

Viel Lob von den Aktionären und weniger kritische Stimmen als erwartet: Für Ferdinand Piëch ist die VW-Hauptversammlung ein voller Erfolg. Die Wahl seiner Frau Ursula in den Aufsichtsrat ist nur noch reine Formsache.
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HamburgAuch nach sechs Stunden Debatte mit seinen Aktionären sitzt Ferdinand Piëch, VW-Patriarch Deutschlands hellwach auf dem Podium der Volkswagen-Hauptversammlung. Seine Ausdauer ist legendär. Eigentlich könnte er gelassen sein. Doch Piëch, der Stratege, denkt bereits weiter.

Zwei Tage nach seinem 75. Geburtstag ist Ferdinand Piëch auf dem Höhepunkt seiner Macht. Die Hauptversammlung der Wolfsburger wird zum Triumphzug des Aufsichtsratsvorsitzenden. Piëch hat die großen Schlachten der vergangenen Jahren erfolgreich geschlagen, eine Übernahme durch Porsche erfolgreich verhindert und den Konzern zu dem gemacht, was er heute ist: einer der erfolgreichsten Autokonzerne der Welt.

Wann der Konzern zum größten Autokonzern der Welt aufsteigt, ist nur eine Frage der Zeit. So pompös die Inszenierung des Konzerns, so volksnah gibt sich Piëch vor Beginn der Hauptversammlung. Rituell begutachtet Piëch vor Beginn die Modelle des Konzerns – die Hauptrolle überlässt er diesmal aber der Person, die er als seine Nachfolgerin festgelegt hat: seine Gattin Ursula Piëch.

Audi-Chef Rupert Stadler hat ihm sogar ein Geburtstaggeschenk mitgebracht, Ferdinand Piëch will es aber nicht so nennen: Am Morgen verkündet er die Übernahme des italienischen Motorradherstellers Ducati. Piëch gilt als Fan der italienischen Nobel-Motorradmarke. Volkswagen dringt damit nun auch in den Markt für Motorräder ein.

Welche umstrittene Rolle er bei der Porsche-Übernahme gespielt hat, wird nur am Rande diskutiert. Kaum ein Aktionär tritt ans Mikrofon, ohne den großen Aufsichtsratsvorsitzenden zu loben und ihm zu gratulieren.

Kritische Stimmen, von denen es nicht viele gibt, kontert Piëch souverän. Protestierenden Umweltschützern von Greenpeace rät er: „Entfernen Sie ihr Transparent – oder ich lasse Sie entfernen“ – und lässt einen Imagefilm über das Umweltschutzengagement des Konzerns abspielen. Auch als die Debatte langsam abdriftet und immer kuriosere Züge annimmt, beweist Piëch eine beeindruckende Ausdauer und behält seinen trockenen Humor.

Heute hat er keine Gegner im Auditorium.

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Ausrichten können die Kleinaktionäre nichts

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