VW-Hauptversammlung
„Harter Wind bläst uns ins Gesicht“

VW-Chef Martin Winterkorn hat schon optimistischere Reden gehalten: Die nächsten Monate würden alles andere als leicht. Die Aktionäre halten das für „Jammern auf hohem Niveau“ – und widmen sich lieber seiner Vergütung.
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HannoverDie „Autoausstellung“ in den Hannoveraner Messehallen ist üppig: Über zwölf Konzernmarken verfügt Volkswagen mittlerweile. Und die haben entsprechend viel zu präsentieren. Trucks von MAN und Scania stehen hier, PS-starke Flitzer von Porsche, Lamborghini und Bugatti und auch Motorräder der neuen Audi-Marke Ducati. Drumherum flanieren stolz die Aktionäre, sie fühlen sich heute als Teil der „Welt AG“ aus Wolfsburg.

Volkswagen konnte sich in den vergangenen Jahren im Erfolg sonnen. Doch der Start ins neue Geschäftsjahr regt nicht zu neuen Luftsprüngen an. Nach den mageren Quartalszahlen von Mittwoch bekräftigte VW-Chef Martin Winterkorn auch auf der Hauptversammlung die schwierige Lage angesichts des schwachen europäischen Automarktes. „Auch Volkswagen bläst ein harter Gegenwind ins Gesicht“, sagte Winterkorn am Donnerstag in Hannover. „Die kommenden Monate werden alles andere als leicht.“

Der Volkswagen-Konzern sei eben auch ein „Teil dieser Welt“, sagte Winterkorn. Die Aktionäre sehen die Lage in einem besseren Licht. Angesichts der Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres sei das „zum Glück Jammern auf hohem Niveau“, sagte Aktionärsvertreter Ulrich Hocker von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Doch Volkswagen steht vor einer Nagelprobe. Das abgelaufene Geschäftsjahr hat Europas größter Autobauer zwar mit einem Rekord-Nettogewinn von 21,9 Milliarden Euro abgeschlossen und operativ 11,5 Milliarden Euro verdient. 2013 aber droht ein Rückschlag: Die Schwäche des europäischen Automarktes macht den Wolfsburgern zu schaffen. Im vergangenen Jahr sank der Absatz insgesamt um 8,2 Prozent. Nun kommt das Minus in Europa auch endgültig bei Volkswagen an.

Infografik

Automobilabsatz VW

in Tsd. Fahrzeugen

Das zeigt sich an den Zahlen für das erste Quartal, die der Autohersteller überraschend am Tag vor der heutigen Hauptversammlung vorlegte. Der Umsatz ging um 1,6 Prozent auf 46,6 Milliarden Euro zurück. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sackte gar um rund ein Viertel auf 2,3 Milliarden Euro ab. Netto blieben knapp zwei Milliarden Euro über – ein Rückgang um mehr als ein Drittel im Vorjahresvergleich.

@hb_vorort bei Twitter

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  • Unsere Hartzer kosten p.a. 80 Milliarden ... das ist ein Skandal. Geld fürs Nichtstun.
    Winterkorn würde bei mir 20 Mio. Mehr bekommen.

  • ---@ GLAUBICHNICHT


    Hilfe oh Gott
    Gleich kann ich nur noch schreien.

    Wo sind wir nur schon hingekommen, wenn man Manager danach beurteilen will, was sie an Gehalt bekommen. Gott, sind denn hier echt schon so weit unten angekommen.

    Was ein Manager an Gehalt bekommt ist doch echt mega egal.
    Was zählt, ist doch wohl nur sein betrieblicher Erfolg. Bei einem Umsatz von ca. 100 mrd. Euro ist das kümmerliche Gehalt so unwichtig.

    Ekelhaft diese H4-Schamrotzer, die echt denken, Geld fällt vom Himmel.

  • 1) Heiße Luft im Hinblick auf die Tarifrunde...
    2) Wer glaubt, dass Wiko ein wirklichen Gehaltsverzicht hingelegt hat wird selig.....da wurden halt die ohnehin schon abstrusen Pensionsansprüche aufgestockt...

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