VW-Hauptversammlung
Pischetsrieders Devise: Sparen, sparen, sparen

Bei Volkswagen herrscht Krisenstimmung, weil die Kernmarke schwächelt. Auf der Hauptversammlung machte Konzernchef Bernd Pischetsrieder deutlich, dass die bereits angekündigten Sanierungsmaßnahmen noch nicht das Ende der Fahnenstange sind. Es müsse weiter gespart werden. Dabei trifft es nicht nur die deutschen Werke.

HB HAMBURG. Man müsse mit unverminderter Energie an der Optimierung von Kosten und Prozessen arbeiten, sagte Pischetsrieder am Mittwoch auf der VW-Hauptversammlung in Hamburg. Volkswagen müsse sich weltweit auf einen noch härteren Wettbewerb einstellen. Nähere Details zu den neuen Sparplänen nannte Pischetsrieder unter Hinweis auf laufende Gespräche nicht. Der Vertrag des 58-jährigen VW-Chefs war erst am Vortag um fünf Jahre bis 2012 verlängert worden.

Im bisherigen Effizienz-Programm „ForMotion“ hatte VW im vergangenen Jahr Einsparungen von 3,5 Mrd. Euro erzielt. Der Preisdruck und die Wechselkurse hätten den Nettoeffekt jedoch relativiert, räumte Pischetsrieder ein. Ziel des Nachfolgeprogramms „ForMotion plus“ ist ein Vorsteuergewinn von 5,1 Mrd. Euro im Jahr 2008. Doch Pischetsrieder scheinen erste Zweifel zu beschleichen, dass das Ziel erreichbar ist. Er sagte, das Erreichen dieses Ziels sei „sehr herausfordernd“. Mit Hilfe neuer Modelle und des Sparprogramms „ForMotion plus“ sei der Konzern jedoch zuversichtlich, den geplanten Gewinnanstieg zu schaffen.

Der Konzern stellt im Zuge der Neuordnung der Montage- und Komponentenwerke in Westdeutschland bis zu 20 000 Arbeitsplätze in Frage, das ist ein Fünftel der Belegschaft. Widerstand dagegen kommt aus dem Arbeitnehmerlager, aber auch die von Aufsichtratschef Ferdinand Piech angestoßene Diskussion um die Vertragsverlängerung Pischetsrieders hat Kraft gekostet. Derzeit laufen Verhandlungen über die Sanierung zwischen Management und Betriebsrat.

Doch nicht nur in Deutschland gibt es Probleme. Volkswagen will seine Produktionskapazitäten in Brasilien nach Verlusten im Export aus dem südamerikanischen Land verringern. Trotz der Restrukturierung in den vergangenen Jahren seien die Ergebnisse der brasilianischen VW-Tochter nicht zufrieden stellend, sagte Pischetsrieder. Er führte dies auf die Aufwertung der brasilianischen Landeswährung Real zurück, die vor allem den Export des Kleinwagens Fox nach Europa belaste. „Dem entsprechend müssen Kapazitäten angepasst werden“, sagte Pischetsrieder vor den Aktionären, ohne Details zu nennen.

Für 2006 bekräftigte Pischetsrieder ungeachtet aller Probleme die Prognose eines zum Vorjahr höheren operativen Gewinns vor Sondereinflüssen. Im vergangenen Jahr hatte der Wolfsburger Konzern das operative Ergebnis dank bereits deutlich gesenkter Kosten um mehr als die Hälfte auf 3,1 Mrd. Euro gesteigert. Aus dem auf 1,1 Mrd. Euro gestiegenen Nettogewinn sollen die Aktionäre eine um jeweils 10 Cent erhöhte Dividende von 1,15 Euro auf die Stamm- und 1,21 Euro auf die Vorzugsaktien erhalten. Für das laufende Jahr geht Pischetsrieder von einer weltweit leichten Zunahme der Fahrzeug-Auslieferungen sowie steigenden Marktanteilen aus.

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