VW im Abgas-Skandal: Auch während der US-Ermittlungen wurde weitergeschummelt

VW im Abgas-Skandal
Auch während der US-Ermittlungen wurde weitergeschummelt

Neue Vorwürfe gegen Volkswagen: Mehrere Medien beschuldigen den Konzern, auch nach Bekanntwerden der Manipulationen weiter an der umstrittenen Motor-Software gearbeitet zu haben – um noch erfolgreicher zu schummeln.

HamburgDie Manipulationen an Dieselmotoren im Volkswagen-Konzern waren laut einem Medienbericht offenbar umfangreicher als bisher bekannt und wurden demnach sogar noch verstärkt, als die US-Behörden bereits ermittelten. VW habe die Manipulationssoftware in Dieselfahrzeugen überarbeitet, als die kalifornische Umweltbehörde Carb den Konzern bereits seit Monaten wegen deutlich erhöhter Abgaswerte im Visier gehabt habe, berichtete der NDR am Donnerstag unter Berufung auf gemeinsame Recherchen mit WDR und „Süddeutscher Zeitung“.

VW-Entwickler hätten anscheinend noch zum Jahreswechsel 2014/15 die illegale Abschaltvorrichtung unbemerkt von den US-Behörden durch ein Software-Update erweitert, berichtete der Rechercheverbund. Die Motorsteuerung konnte demnach fortan noch klarer unterscheiden, ob das Auto auf einem Prüfstand getestet wurde oder auf der Straße fuhr.

Der Grund war dem Bericht zufolge offenbar, dass bei VW davon ausgegangen worden sei, dass die Fahrzeuge zuvor zu häufig auch im normalen Straßenbetrieb fälschlicherweise in den sauberen Prüfmodus geschaltet hatten. Dies führte zu einem höheren Verschleiß am Dieselpartikelfilter.

Einem VW-internen Dokument zufolge seien bis November 2014 die Partikelfilter von 6700 Dieselfahrzeugen in den USA und Kanada ausgefallen. Volkswagen erwartete demnach noch fast 50.000 weitere solcher Schadensfälle.

Mehrere Informatikexperten hatten auf Bitten des NDR die Steuerungssoftware der untersuchten US-Version des VW Passat vor und nach dem Update untersucht. Sie seien zu dem Schluss gekommen, dass in der neuen Version das Merkmal der Lenkwinkelerkennung hinzugefügt worden sei. „Im Rahmen des Updates wurde die Software so verfeinert, dass sie noch genauer erkennen kann, ob sie in einer Prüfsituation ist oder nicht“, zitierte der NDR Thorsten Holz, Professor für Systemsicherheit an der Ruhr-Universität Bochum.

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VW wollte sich nicht äußern

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