VW-Investoren

Achtung, hier kommt Frau Piëch!

Heute steigt Ursula Piëch zur mächtigsten Frau der Automobilbranche auf. Eine heftig umstrittene Beförderung. Ihre Durchsetzungskraft muss die Unternehmergattin allerdings noch unter Beweis stellen. 
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Ursula Piëch gehört an VW-Spitze

HamburgDie wichtigste Person der heutigen Hauptversammlung von Volkswagen hält sich bei ihrem ersten großen Auftritt zunächst im Hintergrund. Langsam schreitet sie mit ihrem Mann, dem mächtigen VW-Patriarchen Ferdinand Piëch, vorbei an Lamborghinis, Bentleys und Audis und lässt sich die Modelle erklären. Sie kennt diese Auftritte von etlichen Automessen. Doch ihr heutiger Auftritt ist ein besonderer.

Heute soll Ursula Piëch in den VW-Aufsichtsrat aufsteigen und soll dort die Macht der Familien Porsche und Piëch zementieren.

Auf der Einladung zur Hauptversammlung wird sie als „Kindergärtnerin und Horterzieherin mit zusätzlichem Prüfungsfach Wirtschaft und Recht (derzeit kein ausgeübter Beruf)“ vorgestellt. Ihre Wahl gilt als sicher. Die wichtigsten Großaktionäre neben den Familienvertretern, das Land Niedersachsen, die Arbeitnehmervertreter und das Emirat Katar, haben bereits ihre Zustimmung signalisiert. Es ist ein weiterer Schritt von Ursula Piëch auf dem Weg zur wichtigsten  Frau der deutschen Autobranche. Trotzdem hält sich das Paar zunächst im Hintergrund. Den großen Auftritt, das Händeschütteln überlassen sie Martin Winterkorn.

„Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Frau Winterkorn“, wird sie von einem Journalisten begrüßt. Ursula Piëch lächelt diese Verwechslung souverän weg. „Sie sind einen Monat zu früh dran“, sagt Ferdinand Piëch. Ihre Macht müssen die Piëchs nicht beweisen.

Handelsblatt live von der VW Hauptversammlung


Das wird spätestens klar, als sich das Paar aus Winterkorns Schatten löst und vor einem Golf Cabrio posiert. Sofort stehen sie im Mittelpunkt des Interesses. Er hält ihr die Türe auf. Ein Bild mit Symbolkraft.

Sollte Ferdinand Piëch, der vor einigen Tagen seinen 75. Geburtstag feierte, abtreten, wird sie zur Gralshüterin seines Imperiums. Die einstige Gouvernante wird sein Vermögen nach seinem Tod verwalten, seine Stiftungen leiten.

Entschiedener Widerstand von wichtigen Aktionären
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9 Kommentare zu "VW-Investoren: Achtung, hier kommt Frau Piëch!"

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  • ...ein Hohn für jeden engagierten Wirtschaftsstudenten, der sich mit den Einstellungskriterien bei VW konfrontiert sieht...ganz zu Schweigen von dessen Einstiegsgehalt wenn er es denn durch Bewerbungsinstanzen und Assessments schafft!!!

  • Männer freut Euch! Lehtn Euch zurück - gerade Ihr bei VW!
    Es geht definitiv nicht nach Leistung und auch nicht nach Qaulifikation. Es genügt völlig, eine Frau zu sein. Sich antrengen bringt nichts. Der alte Piech ist natürlich auch ein Fuchs: wie er den Diversity-Netzwerken den Stinkefinger mit dieser Aktion zeigt ist schon ein genialer Schachzug. Gleichwohl: Hände weg von Volkswagen-Fahrzeugen ab jetzt, das ist klar...

  • Na, ich bitte Sie, eine gelernte Kindergärtnerin ist doch genau das Richtige an der Spitze von VW. Nun gibt es dort endlich massenhaft Kindergärten als Frauenförderungsmaßnahme. Toyota wird sich freuen, und ich mich als Toyota-Aktionär auch. :)

  • wenn alle männer, die ihre führungsposition nicht durch arbeit und qualifikation erreicht haben, aus dieser entfernt würden, wäre es ziemlich leer in den vorstandsetagen.

  • An dieser Stelle möchte ich Hermann J. Abs zitieren: " Einen Aussichtsrat zur Verantwortung zu ziehen ist genauso schwer wie eine eingeseifte Sau am Schwanz fest zu halten".

    Wenn man es so sieht, dann sind die Damen durchaus für den Job qualifiziert. Es ist ausreichend einen einflussreichen Mann zu haben.

  • Das ging mir auch durch den Sinn.

  • Die nächste Quotenfrau...

    Der Beigeschmack ist so widerlich, wenn eine Ehefrau in solch ein Gremium gewähl werden soll.

    Die Emanzen sollen mal Autoreifen anschrauben und Ölwechsel machen. Das ist Gleichberechtigung. Nicht mit einem feinen Anzug ins Büro gehen und diktatorisch kommantieren mit dem Wissen, der fähige Ehemann bügelt Fehler aus bzw. der Mehraufwand tut dem Unternehmen nicht weh.

  • Herr Wulff und das Land Niedersachsen konnten schon immer ganz gut mit Milliardären umgehen. Wieso der Arbeitnehmerflügel (hochdotierte IGM-Funktionäre) zustimmen
    wird ist anrüchig. Produziert VW Bananen und sitzt in einer solchen Republik??
    Schon mal gut, daß der deutsche Papst nicht verheiratet ist, wer weiß was uns sonst noch ins Haus stehen würde.
    Jeder Arbeiter bei VW muß eine höhere Qualifikation aufweisen, denn Frau Piech!!

  • Das schaffen nur Frauen:
    ohne entsprechende Ausbildung und/oder Fachwissen sich "Führungspositionen" zu erschlafen. Wenn die Frauenquote in Deutschland eingeführt werden sollte, müßten gleichzeitig aber auch alle Frauen aus Führungspositionen entfernt werden, die diese nicht durch Arbeit erreicht haben. Und von diesen Frauen gibt es mehr als reichlich.
    Habe selbst für eine Firma gearbeitet, in der eine minder qualifizierte und mäßig erfolgreiche Verkäuferin aufgrund eines Beischlafverhältnisses mit dem Geschäftsführer (beide verheiratet) zum Key Account Manager befördert wurde.
    Die Motivation Ihrer Kollegen ist dadurch nicht gestiegen

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