VW ist wegen schlechter Verkaufszahlen stärker auf die Mithilfe aus Ingolstadt angewiesen: Audi hält den VW-Konzern auf Kurs

VW ist wegen schlechter Verkaufszahlen stärker auf die Mithilfe aus Ingolstadt angewiesen
Audi hält den VW-Konzern auf Kurs

Schwache Marktprognosen und der verschärfte Sparkurs beim Wolfsburger Mutterkonzern VW bremsen Audi-Chef Martin Winterkorn nicht in seinem Vorwärtsdrang. „Wir werden mit unseren neuen Modellen eine Sonderkonjunktur schaffen“, gibt er sich in einem Gespräch mit dem Handelsblatt selbstsicher.

hof/mwb INGOLSTADT. Seine Position im VW-Konzern hat sich weiter verbessert: Während Winterkorn für 2003 ein Vorsteuerergebnis von 1,1 Mrd. Euro an die Zentrale nach Wolfsburg melden konnte, hat der gesamte VW-Konzern inklusive Audi auf Vorsteuerbasis nur 1,5 Mrd. Euro verdient. Vor allem wegen der Absatzkrise der Marke VW hatte der Konzernaufsichtsrat zudem Ende vergangener Woche ein neues Sparprogramm in Milliardenhöhe verabschiedet. Einen größeren Machtanspruch im Konzern will Winterkorn trotz der Audi-Zahlen nicht formulieren. „Da gibt es keinen Zusammenhang. Mit Konzernchef Bernd Pischetsrieder bin ich grundsätzlich einig darüber, in welche Richtung sich der Konzern und seine Marken entwickeln sollen“, begegnet er Spekulationen, die ihn als kommenden Konzernchef sehen.

Ungeachtet der schwierigen Lage bei der Konzernmutter vertraut Audi auf seine Wachstumsstrategie. Die junge Produktpalette mit dem Kompaktmodell A 3, dem Luxusliner A 8 und dem neuen A 6 soll weiter ausgebaut werden. Bis 2008 will Winterkorn die Absatzzahlen von knapp 770 000 auf mehr als eine Million steigern und die Lücken im Angebot durch zwei Geländewagen, einen Supersportler, Coupés und Kombis schließen.

„Wenn man berücksichtigt, was Audi mit dem bislang relativ schmalen Angebot geschafft hat, ist das durchaus realistisch“, glaubt Willi Diez, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft in Nürtingen. Und auch von den meisten Analysten bekommen die Ingolstädter gute No-ten. Von der Finanzseite wird den Ingolstädtern einiges zugetraut. „Audi ist zurzeit die Erfolgsstory im Konzern. Die Ingolstädter greifen aggressiv BMW und Mercedes an, auch wenn diese weiter einen Vorsprung haben“, analysiert Henrik Lier, Autoexperte der WestLB. Der Erfolg sei umso höher einzuschätzen, weil es Audi unter dem Dach eines Massenherstellers schwieriger habe, sich als Premium-Hersteller zu behaupten. Doch Überlegungen, Audi wieder stärker zu verselbstständigen und vielleicht den Streuanteil der Aktien wieder zu erhöhen, widerspricht Winterkorn: „Solche Pläne gibt es nicht.“

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